Presse-Mem

Presse-Mem

Als Internet-Meme werden allgemein Informationsmuster bezeichnet, die sich im Netz ausbreiten und dabei eine Eigendynamik entwickeln. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Buch "Das egoistische Gen" von Richard Dawkins, in dem Darwins Theorie der natürlichen Auslese auf die Frage, welche Formen sich unter den Bedingungen einer sich wandelnden Umwelt durchsetzen, verallgemeinert wird. Dawkins stellt darin die These auf, dass Eigenschaften des Gens, wie Stabilität, Selbstverbreitung oder Flexibilität auch auf andere Bereiche des Lebens übertragbar sind, so zum Beispiel auf die Sprach-, Religions- oder Ideengeschichte. Diese, scheinbar nach gleichen Regeln wirkenden Muster, nannte Dawkins analog zu den Genen "Meme".

Im Internet haben sich unzählige solcher Informationsmuster, die sich beharrlich stabilisieren, weiterentwickeln und verbreiten, ausgebildet. Einigen von euch wird vielleicht noch der Satz der Familienministerin Kristina Schröder aus dem Sommer 2010 in Erinnerung sein, als sie nach der Streichung des Elterngeldes für Hartz IV Empfänger per Twitter schrieb: "Eine Familie in Hartz IV, 2 Kinder, erhält inkl. Elterngeld 1885 € vom Staat. Netto! Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?" In kürzester Zeit entwickelte sich dieser Satz zum Mem und ist seit dem im Netz, in immer wieder abgewandelter und sich selbst reproduzierender Form, gegenwärtig: "Eis in der Mittagspause. Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?" "Ich geh' jetzt ins Bett. Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?" "Ich habe 14 Tage Urlaub. Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?"

Ein recht ähnliches Phänomen wie das Internet-Mem beobachten wir seit einiger Zeit in den Medien, in denen in immer wiederkehrender und abwandelnder Form zu lesen ist, wir würden "Lesezirkel" mit bestimmter Literatur veranstalten - wobei die bestimmte Literatur in ihrer Eskalationsstufe immer weiter erhöht wird. Zurück geht das Ganze auf eine Aussage des Verfassungsschutz Brandenburg, der in seinem "Jahresbericht" von "Lesezirkeln" schrieb, "in denen die Grundlagen des Nationalsozialismus und die ideologischen Versatzstücke des vor 20 Jahren verstorbenen Neonationalsozialisten Michael Kühnen geschult werden".

In der "taz" vielen dann nur kurze Zeit später zwar "die ideologischen Versatzstücke Kühnens" raus, aus den "Grundlagen des Nationalsozialismus" wurde dafür "Originalliteratur der NS-Zeit":

In Lesezirkeln werde "Originalliteratur" der NS-Zeit studiert, die Mitglieder verstünden sich als Elite.

Einige Artikel später, in denen die "Originalliteratur" auch noch "verpflichtend" wurde, ging die "Amadeu Antonio Stiftung" mit einer abgewandelten Form der VS-Pressemitteilung eine Eskalationsstufe höher und schrieb von "Lesungen mit Texten von Adolf Hitler oder Joseph Goebbels":

Die Gruppe der "Spreelichter" begreift sich selbst als geistige Elite und veranstaltet u.a. auch Schulungsabende und Lesungen mit Texten von Adolf Hitler oder Joseph Goebbels.

Mittlerweile sind zur verpflichtenden Literatur auch noch Pflichtreferate dazu gekommen, allerdings nicht mehr explizit zu Texten Adolf Hitlers oder Joseph Goebbels, sondern zu den Werken Darwins, wie uns eine Anfrage eines Journalisten der "Berliner-Zeitung" offenbarte:

Laut Verfassungsschutz veranstalten Sie auch Lesezirkel - mit Büchern von u.a. Darwin. Was suchen Sie in den Werken, die Sie lesen? Stimmt es, dass es Pflichtlektüre und -referate gibt?

Solltet ihr also in naher Zukunft von Pflichtseminaren mit Pflichtliteratur und Pflichtreferaten, mit Benotungssystem und Prüfungsordnung, zu Texten von Grant und Lamarck lesen, dann wisst ihr, dass es sich um ein Presse-Mem handelt, das sich in der Fantasie eines Behördenmitarbeiters oder Journalisten gerade wieder weiterentwickelt hat.

Das Sittengesetz - Teil 14: Maßhalten

Das Sittengesetz - Teil X: Maßhalten

Schon Tacitus hat bei den Germanen ihre Trinksucht erwähnt und erklärt, wenn man ihnen genug alkoholische Getränke liefern könnte, dann würde man sie damit besser besiegen können als mit den Legionen. Üblicherweise gab es nämlich keine alkoholischen Getränke bei den Germanen; Bier oder Met waren nicht haltbar und wurden nur zu besonderen Festen gebraut. Dann allerdings wurde ausgiebig getrunken, und zwar bis zum Vollrausch. Das haben sich die Römer zunutze gemacht, als sie beim Herbstfest der Marser in deren Land eindrangen und – ohne irgendwelche Gegenwehr zu finden – Zigtausende erschlugen und ganze Landstriche verwüsteten.

Das gemeinsame kultische Trinken war das "Gelage" und hatte damit einen anderen Sinn, als wir ihm heute – in einer profanisierten Zeit – geben. Wir benutzen das Wort in der alten Bedeutung. So wurde es auch bei der Gilde benutzt, wie vorher bei Gastlichkeiten im heidnischen Germanien. Es galt fast als unhöflich, nicht ausgiebig zu trinken, da das darauf deuten könnte, dass das von der Hausfrau selbstgebraute Bier einem nicht schmeckte. Nur bei den Germanen konnte eine Vorstellung aufkommen, wie die, ein Mann müsse "trinkfest" sein, "einen Stiefel vertragen können". Sicherlich auch aufgrund biologischer Veranlagung und späterer entsprechender Auslese ist die wissenschaftlich festgestellte Tatsache begründet, dass germanische Menschen im Regelfall sehr viel mehr Alkohol vertragen als z.B. Asiaten, bevor sie betrunken sind. Trinkfestigkeit gilt auch den Russen als Mannestugend.

In den USA gab es – bis das Verbot durch Verbrecherbanden unterlaufen wurde – die "Prohibition", das Verbot von Alkoholausschank. In Island und Norwegen gibt es die eingeschränkte Prohibition, wonach der Staat nur eine gewisse Zuteilung von Alkohol pro Person erlaubt, man also nur unter Vorlage seines Personalausweises eine bestimmte Menge kaufen kann. In Schweden war es früher auch so; aber deswegen, weil dann Nichtalkoholiker auf ihre Karte Alkohol kaufen konnten und ein Geschäft damit machten, diesen an Alkoholtrinker abzugeben, wurde es abgeändert. In Schweden hat man zwar diese Zuteilung aufgegeben, verlangt aber immer noch, dass hochprozentiger Alkohol nur in staatlichen Läden zu hohen Preisen verkauft werden darf, trotz Einwänden der EU; probeweise hat man in einer Stadt den Alkoholverkauf in Supermärkten freigegeben, und dies hat zu so viel Alkoholismus bei der Jugend geführt, dass die Schweden sagten, sie müssten eine Generation abschreiben, falls der freie Verkauf des Alkohols überall zugelassen würde.

Allerdings muss gerechtigkeitshalber gesagt werden, dass die Schweden – anders als dies in Deutschland geschieht – die Woche über weder am Arbeitsplatz (Geburtstagsfeiern) noch abends üblicherweise Alkohol trinken, dafür aber am Wochenende so viel, "dass man es merkt".

Wer Michel aus Lönneberga kennt, der weiß auch, dass es in Schweden genauso wie in Deutschland den Guttempler-Orden gab und gibt, der sich die vollständige Abstinenz zum Ziel gesetzt hat; Hintergrund war auch hier, dass – anders als im romanischen Bereich – schwerer Alkoholismus bei den germanischen Völkern verbreiteter ist, und dieser hinter Gitter oder in die Gosse führt. Alkohol hat ja auf unsere Menschenart unterschiedliche Wirkungen; die einen werden ruhiger und schlafen ein, die anderen werden unter Alkoholeinfluss aggressiv und begehen dann auch leichter Straftaten.

Bei Frauen bewirkt Alkohol oftmals, dass sie ihre Zurückhaltung verlieren und zugänglicher sind, auch da, wo sie besser Grenzen setzen würden. Sie fühlen sich attraktiver und unternehmungslustiger mit einem Schwips. Im Mittelalter warnten Salomon und Markolf: "Wein bringet Unkeuschheit, wer trunken ist, der stiftet Leid."

Die größere Trinkfestigkeit unsere Menschenart darf aber nicht dazu führen, die eigenen Grenzen zu überschätzen. Früher sind zahllose Händel, Raufereien, Messerstechereien und ähnliches durch Streitigkeiten, die im Alkoholrausch angefangen haben, entstanden - und auch heute noch werden viele Delikte unter Alkoholeinfluss begangen. Die Hemmschwelle ist herabgesetzt, und man fühlt sich stärker; es scheint alles zu gelingen, und so überschätzt man sich nicht nur beim Autofahren, sondern auch bei sonstigen Aktivitäten. Auf diesem Gebiete maßzuhalten ist ein ganz wesentlicher Umstand.

"Du fragst, wie werd‘ ich stark? Bedürfe wenig!
So wirst du deiner Erde Herr und König.
Zum Knecht macht einzig Kehle dich und Bauch
Und was noch Schlimm’res schafft den feigen Gauch.
Der Weisheit Spruch weist da das Männerrecht:
Erwähle, ob du Herr sein willst, ob Knecht!"

Ernst Moritz Arndt

Jobmotor Dienstleistungsbranche

Jobmotor Dienstleistungsbranche

Der Propaganda der Demokraten folgend, fegte in den letzten zwei Jahren ein Jobwunder über Deutschland hinweg, welches es vermochte, nahezu jeden in Lohn, Brot und Wohlstand zu bringen und die Bundesrepublik somit arbeitspolitisch zum Aushängeschild Europas formte.

Mag sein, dass der bundesdeutsche Arbeitsmarkt - der von der Arbeitsministerin von der Leyen mit stolz geschwellter Brust als brummender Schwamm tituliert wurde - angesichts des Anstiegs der Zahl der Beschäftigten um 734.000 in den letzten beiden Jahren von der konjunkturellen Erholung nach dem Krisenjahr 2009 profitierte, doch ist allein der Umstand, eine neue Beschäftigung gefunden zu haben, für die wenigsten Arbeitnehmer in Deutschland gleichzeitig ein Garant dafür, vom erarbeiteten Lohn den eigenen Lebensunterhalt bestreiten und beruhigt in die Zukunft blicken zu können.

So entspringen etwa zwei Drittel der neu hinzugekommenen Stellen dem Dienstleistungsbereich – insbesondere dem Handel sowie dem Gast- und dem Reinigungsgewerbe. Dass insbesondere in diesem Segment die Lohnentwicklung "äußerst gering" ausfällt, kann selbst die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken nicht verleugnen. Demnach erhalten etwa 50 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten im Reinigungsgewerbe ein monatliches Einkommen, welches sich weit unterhalb der Schwelle zum Niedriglohnsektor befindet. Ein Drittel aller Verkäufer und zwei Drittel der Beschäftigten im Gastgewerbe teilen das gleiche Schicksal.

Mit sinkendem Lohneinkommen steigt gleichzeitig die Zahl der sogenannten "Aufstocker", also jener Arbeitnehmer, welche zu ihrem Einkommen zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind, da dieses andernfalls das Existenzminimum unterschreiten würde. Allein in der Reinigungsbranche müssen etwa 10 Prozent aller Beschäftigten - trotz Vollarbeitszeit – ihr Einkommen auf diese Weise ergänzen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Bundesweit beläuft sich die Zahl der "Aufstocker" auf etwa 1,4 Millionen Beschäftigte, allein 65 Prozent davon entstammen dem "Jobmotor" der Dienstleistungsbranche. Im letzten Jahr mussten auf diese Weise rund zwei Milliarden Euro Steuergelder für "aufstockende Leistungen" aufgebracht werden.

Egal wie sehr sich die Demokraten bemühen, ihren "liberalisierten Arbeitsmarkt" als Erfolgsmodell präsentieren zu können, mit dem sich weiterhin nach Herzenslust unter dem Stern "der Profitmaximierung" Löhne und Gehälter drücken lassen, so zeichnen die ihn charakterisierenden Eckpunkte ein Bild, welches eine eigene Sprache spricht:

  • 23 Prozent der Beschäftigten in Deutschland arbeiten im Niedriglohnsektor
  • Die Anzahl der Niedriglohnempfänger ist allein in den letzten 10 Jahren um 2,3 Million gestiegen
  • Annähernd 10 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse fällt unter die Kategorie "geringfügig entlohnte Beschäftigte" bzw. "Minijobs"
  • Seit 2005 mussten mehr als 50 Milliarden Euro aufgebracht werden, um Löhne im Niedriglohnsektor durch staatliche Bezuschussung aufzustocken
  • Über 80 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor verfügen über eine Berufsausbildung, sind dahingehend nicht als Geringqualifiziert einzustufen
  • 75 Prozent der im Jahr 2010 neu entstandenen Beschäftigungsverhältnisse fallen unter die Rubrik der atypischen Beschäftigung
  • Mehr als jeder zweite neue Beschäftigte fiel 2010 in die Kategorie der Leih- und Kurzarbeit
  • Die Löhne der unteren Einkommensgruppen sind seit dem Jahr 2000 um 22 Prozent gesunken
  • In Deutschland gilt jeder Sechste als armutsgefährdet, im Osten der Republik sogar jeder Fünfte

Berliner Ghettoisierung

Berliner Ghettoisierung

Die Berliner Stadtteile mit hohem Ausländeranteil verwahrlosen zunehmend - dort werden 40 Prozent mehr Straftaten begangen, als es dem Durchschnitt entspricht. In regelmäßigen Abständen wird daher vor einer zunehmenden Ghettoisierung gewarnt. Doch die ist längst Wirklichkeit geworden und den letzten deutschen Anwohnern der nach Polizeieinschätzung "gefährlichen Orten" längst bekannt. Denn wer es sich erlauben kann, der zieht weg.

Die Menschen haben zunehmend Angst und werden damit allein gelassen. Das Thema ist für die rote Regierung äußerst unbequem, weil jahrzehntelang die Vorzüge einer "multikulturellen Gesellschaft" gepredigt worden waren, nun aber für jedermann erkennbar wird, dass es sich dabei um eine Wahnidee handelt.

In Zeiten des Wohlstandes und eines geringen Ausländeranteils war das für die Einäugigen und Blinden nicht offensichtlich, weil die Ursachen immer bei den Deutschen gesucht und gefunden wurden, die den Fremden das Leben mit ihren Vorurteilen schwer gemacht hätten – doch nun zeigt sich bei einem Ausländeranteil von teilweise weit mehr als 40 Prozent, dass die "Vorurteile" wohl mehr Berechtigung hatten, als es den roten Internationalisten lieb sein dürfte.

Selbstverständlich wird dann ebenso regelmäßig vor einer "Dramatisierung" gewarnt, ohne jedoch etwas zu einer echten Lösung beizutragen. Und diese ist unter den jetzigen politischen Umständen auch nicht in Sicht. So wird man diese verhängnisvolle Zuspitzung aussitzen und sich eiligst anderen Themen zuwenden - die letzten Deutschen lässt man mit ihren Sorgen weiterhin allein.

Agnes Miegel

Am 9. März 1879 wurde Agnes Miegel im ostpreußischen Königsberg geboren. Ihr war eine unbekümmerte Kindheit vergönnt. Dazu genoss sie das Privileg, dass sie in den ersten schulpflichtigen Jahren zusammen mit anderen Kindern aus wohlhabenden Kaufmannsfamilien von einem Privatlehrer unterrichtet wurde. In der öffentlichen Schule brachte Miegel nur mittelmäßige Leistungen. Zu dieser Zeit hatte sie die Vorstellung entwickelt, Verkäuferin zu werden.

Ihre Lebensplanung änderte sich schlagartig, als sie wegen besonders guter Schulnoten mit einer Eintrittskarte für einen Liedervortrag des Sängers Raimund zur Mühlen belohnt wurde. In den folgenden Monaten verschlang sie die klassischen Werke, die sie im großen Bücherschrank ihres Vaters finden konnte. Von nun an brannte das Feuer in ihr. Wie alle gebildeten jungen Mädchen zu ihrer Zeit versucht sich auch Agnes Miegel an Gedichten. Ihre ersten poetischen Gehversuche begeisterten auch den Schriftsteller Börries von Münchhausen:

Als ich im Herbst 1897 einen Stoß handschriftlicher Gedichte Agnes Miegels auf meinem Berliner Studentenschreibtisch liegen hatte, wusste ich: Dies ist eine der ganz großen Dichterinnen unseres Volkes.

Allerdings bestand ihr Vater darauf, dass sie einen Beruf ergreifen sollte. Sie wählte den der Säuglingsschwester. Zu dieser Zeit konnte Miegel dann auch ihre ersten Erfolge als Dichterin verzeichnen. Trotz der Veröffentlichung eines Gedichtbandes konnte sie von den Gedichten alleine nicht leben.

Gezwungen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, leitete sie von 1920 bis 1926 das Feuilleton der "Ostpreußischen Zeitung" in Königsberg. Ihre Beiträge umfassten Begebenheiten aus dem Alltag, einfühlsame Natur- und Landschaftsbeschreibungen, interessante Reiseberichte und sachkundige Stadtführungen in ganz Deutschland. Zum 1. Oktober 1926 wechselte sie dann zur "Königsberger Allgemeinen Zeitung". In dieser Zeit arbeitete Miegel auch an ihrem Meisterwerk "Die Fahrt der sieben Ordensbrüder", dass gleichrangig neben der "Judenbuche" der Droste-Hülshoff steht.

1933 wurde die große deutsche Dichterin als Mitglied in die preußische Akademie der Künste in Berlin aufgenommen. In den folgenden Jahren gab sie dann mehrere Erzählbände heraus, unter anderen "Gang in der Dämmerung" und "Unter hellem Himmel".

Ende August 1944 versank das alte Königsberg durch zwei Bombenangriffe in Schutt und Asche. Agnes Miegel ließ sich von den Wirren des Krieges allerdings nicht verstören. Auch weiterhin versuchte sie, mit Leseveranstaltungen den Verwundeten in den Lazaretten Trost und Hoffnung zu spenden. Am 27. Februar 1945 musste sie ihre geliebte Heimat dann fluchtartig verlassen. In dieser Zeit wuchs die Dichterin über sich hinaus und schuf die erschütterndsten Gedichte der deutschen Literatur.

Im Jahre 1959 verlieh die "Bayrische Akademie der Schönen Künste" der achtzigjährigen Agnes Miegel den Literaturpreis. In der Münchener Laudatio bezeichnete der Festredner Joseph Nadler das Gesamtwerk der Dichterin als ein Jahrhundertereignis unserer Literatur:

Ihre Dichtung steigt aus einer unmittelbaren Anschauung auf, die als visionär zu bezeichnen ist. Das gilt für die geschichtliche Welt ihrer Balladen und Erzählungen wie auch für Dichtungen, in denen übersinnliche Phänomene bezwingende Wirklichkeit gewinnen, ohne ihr Geheimnis einzubüßen.

Agnes Miegel ging als die "Mutter Ostpreußens" in die Geschichte ein. Am 26. Oktober 1964 starb sie in Bad Salzuflen.

Das ZDF - Staatsferne und Unabhängigkeit in bundesrepublikanischer Bestform

Das ZDF - Staatsferne und Unabhängigkeit in bundesrepublikanischer Bestform

Mit voranschreitender Verbreitung des Internets wachsen auch die Zahl und vor allem der Stellenwert alternativer Informationskanäle. Waren es über Jahrzehnte hinweg überwiegend Rundfunk sowie regionale und überregionale Presseerzeugnisse, welchen die Menschen Meldungen über Geschehnisse im In- und Ausland entnahmen, dienen mittlerweile Blogs und Nachrichtenportale außerhalb des medialen Mainstreams einer stetig wachsenden Leserschaft als primäre Informationsquellen.

Dass sich diese Entwicklung nicht zum Wohlwollen der Herrschenden dieses Systems vollzieht, überrascht wenig, schwindet mit dem sinkenden Konsum traditioneller Medien schließlich auch der staatliche Einfluss darauf, welche Informationen den Menschen in diesem Land überhaupt zugänglich gemacht werden und in welcher Form sie diese schließlich präsentiert bekommen.

Monierte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte" im Jahre 2010, dass sich vor allem junge Leute ausschließlich über das Internet informierten und man diese über Zeitungen oder klassische Nachrichtensendungen in ARD und ZDF immer weniger erreiche, zog sie im gleichen Atemzug Rückschlüsse darauf, wie die Demokraten mit diesem Umstand umzugehen gedenken: "Mit dieser Veränderung muss die Demokratie in Deutschland und in den anderen westlichen Ländern umgehen lernen." Was man im demokratischen Deutschland darunter versteht, wird uns ein Jahr später im Zuge der Inhaftierung und Kriminalisierung des Bloggers Axel Möller eindrucksvoll vor Augen geführt.

Es wäre an dieser Stelle allerdings äußerst naiv, ein Bild vermitteln zu wollen, in welchem die etablierten Medien vollends entmachtet, lediglich noch ein Nischendasein fristen, während sich alle Deutschen ausschließlich alternativer Informationsquellen im Internet bedienen. Insbesondere die von Merkel benannten "klassischen" Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme genießen bei der täglichen Informationsbeschaffung der Menschen in diesem Land weiterhin Vormachtstellung – und dirigieren somit die öffentliche Meinung.

Die Demokraten wissen um diesen Einfluss und scheuen nicht, ihn sich zu eigen zu machen. Die große Heuchelei besteht allerdings darin, dass Staatsferne und Unabhängigkeit vehement als jene Gebote propagiert werden, welchen sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wie keine anderen zu unterwerfen haben. Dass die Realität anders aussieht, ist hinlängst bekannt und wird aktuell für jeden sichtbar untermauert.

Phillip Rösler, Bundeswirtschaftsminister und Noch-Vorsitzender der vor sich hin sterbenden FDP, wird ab Juli die Bundesregierung im ZDF-Fernsehrat vertreten. Der entsprechende Beschluss wurde bereits am vergangenen Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet. Doch damit ist Rösler nicht der einzige Demokrat, welchem u. a. die Kontrolle des Sendeprogramms unterliegt. Wie schon beim Amt des Wirtschaftsministers wird Rösler auch im Fernsehrat als Nachfolger von Rainer Brüderle fungieren. Als weitere Neubesetzung schickt man Eva Christiansen (CDU), Medienberaterin der Bundeskanzlerin, ins Rennen. Diese wird dort die derzeit unter Plagiatsverdacht stehende Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) ersetzen. Als besonderes Beispiel demokratischer Fachkompetenz bleibt die sich bereits im Fernsehrat befindende Integrationsministerin Maria Böhmer (CDU) diesem auch weiterhin erhalten.

Weiterhin beherbergt das Kontrollgremium neben Vertretern diverser Verbände, Gewerkschaften und Kirchen sowie dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland eine Vielzahl verschiedener Staatsminister und Staatssekretäre, Kreistagsabgeordneter und Parteienvertreter. Neben dem ZDF-Fernsehrat ist mit dem ZDF-Verwaltungsrat eine zweite Kontrollinstanz im Sender gegeben. Diese besteht aus derzeit 14 Mitgliedern, welche allesamt ein Parteibuch von CDU, CSU oder SPD in der Tasche mit sich führen - Staatsferne und Unabhängigkeit in bundesrepublikanischer Bestform.

Das ZDF ist sicherlich nur ein Beispiel für staatlich okkupierte Medien, kann aber wie kein zweites als Sinnbild demokratischer Scheinheiligkeit herangezogen werden, wenn Demokraten querbeet durch die bundesdeutsche Parteienlandschaft wieder einmal mit dem Finger auf Länder wie Russland oder China zeigen, um sich selbst im monotonen Rausch moralischer Entrüstung als Missionare westlicher Freiheit, insbesondere der freien, nicht von öffentlicher Gewalt gelenkter Berichterstattung aufzuspielen.

Die Gegnerschaft ist die Wirkung

Die Gegnerschaft ist die Wirkung

Es heißt immer, die Geschichte wiederholt sich nicht. Doch sind die Jahre des Geistes der Weimarer Republik, gerade in einer Zeit, in der sich die Europäische Union selbst zerlegt und täglich Tausende auf den Straßen protestieren, nicht vergessen. Denn auch damals konnten alle "Reformen" das untergehende System nicht retten.

Ein 30. Januar 1933 konnte nur erfolgen, weil die Weimarer Regierungen auf ganzer Linie versagt hatten - auch wenn es heute gerne dargestellt wird, als hätten die innenpolitischen Gegner das Weimarer System zerschlagen. Und wenn die Geschichte dieser Zeit mal etwas genauer betrachtet wird, dann muss auch bemerkt werden, dass die viel gelobten westlichen Demokratien keinen Finger für den Erhalt der fortschrittlichen Republik gekrümmt und etwa Abstand von den wahnwitzigen finanziellen Forderungen aus dem "Versailler Vertrag" genommen hätten. Ganz im Gegenteil haben diese Staaten mit dem Versailler Diktat den Gegnern von Weimar das schärfste Schwert in die Hand gegeben.

Die Bundesrepublik hat heute keine vergleichbare erbitterte Gegnerschaft wie die Weimarer Republik und bekämpft diese, sofern sie auftritt, unmittelbar. Aber es wäre grundfalsch, in der Gegnerschaft die Ursache für den Niedergang zu sehen. Denn umgekehrt ist es: Die demokratischen Parteien haben es nicht vermocht, dem deutschen Volk Bestand und Zukunft zu sichern - die Gegnerschaft ist also die Wirkung.

Auch die Menschen der Weimarer Republik verloren zuerst den Glauben an das Untergehende - und hofften dann mit dem Kommenden. Heute haben bereits Millionen den Glauben an dieses System verloren. Berechtigt verloren, denn es kann einem Großteil der systematisch herangezogenen kinderlosen und gleichgültigen Egoisten keine materiellen Vorteile mehr bieten. Solange dieser Staat nur irgendwo Geld auf Kosten der nachfolgenden Generationen auftreibt, wird es irgendwie weitergehen - wenn das aber nicht mehr möglich ist und der Staat zahlungsunfähig wird, folgen Chaos und Auflösung.

Durch eine im Grundsatz völlig falsche Bevölkerungspolitik sind Zustände geschaffen worden, die bei Ausbleiben der staatlichen Mittel schlimmste und heute noch ungeahnte Folgen verursachen werden. Es wäre aber falsch, diese Folgen verhindern zu wollen und zu versuchen, sich als "Partei" in diesem System zu etablieren – und ebenso falsch wäre es, dieses System mit verbotenen Mitteln anzugreifen. Denn das demokratische System muss an sich selbst scheitern. Die jetzigen Träger dieses Systems dürfen nicht mehr aus der Rolle der vollen Verantwortung gedrängt werden, denn jeder muss erkennen, dass niemand anderes den Niedergang verursacht hat - und dass dieser Niedergang zwangsläufig war.

Die Stärke des deutschen Volkes liegt darin, aus sich selbst heraus neu schaffen zu können. Wenn es sich dann darauf besinnt und nicht weiter auf fremde Stimmen hört, dann hat es eine Zukunft.

Wie ich die Befreiung erlebte

Wie ich die Befreiung erlebte

Ende April 1945 waren wir, 25 junge Flugzeugführer, südlich von Bremen im Erdeinsatz gegen die Engländer und Kanadier. Gemeinsam gingen wir am 29. April 1945 in die Gefangenschaft. Auf dem Weg in das Gefangenenlager 2228 bei Brüssel kamen wir nochmals in ein Zwischenlager bei der Ortschaft Weeze an der holländischen Grenze.

In diesem Lager wurde mit uns "Spießrutenlauf" veranstaltet. In den beiden Reihen rechts und links standen jeweils 20 englische Soldaten und schlugen mit Knüppeln auf uns ein. Auch ein schwer verwundeter Oberstleutnant vom Heer musste an der Prozedur teilnehmen. Diesem Offizier war das rechte Bein oberhalb des Knies abgeschossen worden. Der sichtbare Verband war stark verblutet. Er konnte nur mit Krücken laufen. Weil er dadurch nur langsam gehen konnte, bekam er jeden Schlag mit voller Wucht mit.

Bei unserer Gefangennahme sah ich viele englischen Soldaten, die an ihren Armen mehrere deutsche Armbanduhren trugen. Diese hatten sie deutschen Soldaten abgenommen. Es war mir zum ersten Mal bewusst, dass wir uns einer Armee von Dieben ergeben hatten. Nach deutschem Militärrecht durfte kein deutscher Soldat, unter Androhung von hohen Strafen, einem Gefangenen persönliche Dinge wegnehmen.

Im Lager 2228 wurde ich Zeuge, als deutsche Soldaten an Pfähle gefesselt wurden. An einem Pfahl mit oben angebrachtem Querstab wurden diese mit ihren auf den Rücken gefesselten Armen angebunden. Da diese Kameraden längere Zeit in dieser überaus schmerzlichen und bedrohlichen Stellung verbringen mussten, hingen sie mit dem Kopf nach vorn-unten bewegungslos an ihren Fesseln.

Das waren unsere englischen Befreier.

Ende September 1945 wagte ich einen Grenzübertritt in meine Heimat nach Thüringen. Thüringen war damals schon sowjetische Besatzungszone. Beim Grenzübertritt zwischen Duderstadt und Teistungen gesellten sich ein 17-jähriger ehemaliger Soldat und etwa 15 Frauen verschiedenen Alters zu mir. Das jüngste Mädchen war noch schulpflichtig und die älteste Frau über 70. Die Frauen waren aus Köln und Aachen. Im Krieg waren sie wegen der Bombenangriffe in Teistungen evakuiert. Sie wollten ihre wenige Habe, die noch in Teistungen verblieben war, abholen.

Wir wurden von etwa 25 Russen gestellt und abgeführt. In der Nähe war ein Strohhaufen. Wir beiden Männer mussten uns niederknien und die Hände hinter den Kopf legen. Den Gewehrlauf spürte ich im Genick und erwartete den Schuss. Vor uns wurden die Frauen vergewaltigt. Wimmern und Schreie zerrissen die Nacht. Ich werde immer daran denken müssen.

Tage später kam ich in meinem Heimatdorf Ilmsdorf bei Bürgel an. Mein Freund Harry Bachmann aus Thalbürgel, Max Puhlvers aus Gerega, die Herren Bocker, Waltstätt und andere aus Bürgel wurden von den Sowjets und ihren kommunistischen deutschen Helfern abgeholt. Es gab keine Gerichtsverfahren. Wir haben sie nicht wieder gesehen. Es genügte der bloße Verdacht und man wurde abgeholt. Harry Bachmann hatte den Staubsaugermotor seiner Mutter auf seine Arbeitsstelle in Jena mitgenommen, um in der Mittagszeit geringfügige Lötarbeiten daran vorzunehmen. Ihm wurde Sabotage und Kampf gegen die Rote Armee vorgeworfen. Er musste sein "Verbrechen" mit dem Tode bezahlen.

Das waren unsere sowjetischen Befreier nach dem Krieg.

Der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker (CDU) bezeichnete den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung. Er selbst verkroch sich jedoch vor und nach Kriegsende im Anwesen seiner Schwester im Schwarzwald vor seinen Befreiern.

Dipl.-Ing. R. L.

...lade
 

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