Zwischen Systemkrise und Superwahljahr

Zwischen Systemkrise und Superwahljahr

Nicht nur immer mehr Menschen, auch des Demokraten liebstes Kind verweigert der Regierung die Gefolgschaft - das Geld. Denn das wird immer knapper und so drehen sich die demokratischen Gedanken nur noch darum, wie neue Einnahmen "mobilisiert" werden können.

Trotz des ständigen Geredes von einem "Aufschwung", dessen angebliche Anzeichen aber außer den Demokraten niemand gesehen hat und an den auch kein Mensch mehr glaubt, sind die Einnahmen des Staates kontinuierlich gesunken - und man kann sagen, dass diese Kontinuität überhaupt die einzige Entwicklung ist, die stetig verläuft. Zum Glück, denn sonst würde sich die unselige demokratische Herrschaft noch fester an die Stühle klammern können.

Jürgen Pfister, Chefvolkswirt der bayrischen Landesbank erwartet derweile für das nächste Jahr ein Rekordniveau an Firmenpleiten:

"Meine Befürchtung ist, dass wir 2010 mit etwa 40 000 Unternehmensinsolvenzen in Deutschland den bisherigen Rekord einstellen werden."

Den "Verwerfungen" an den Märkten können auch staatliche Regulierungen kein Einhalt gebieten:

"Die angloamerikanischen Märkte mit ihrer Fokussierung auf Kapitalmarktprodukte und Investmentbanking werden sehr sorgfältig darauf achten, dass keine Regulierung geschaffen wird, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil nimmt."

So muss es wohl auf den Tag hinaus laufen, an denen uns die Tagesschau meldet, dass unser Geld nichts mehr wert ist und eine Währungsreform durchgeführt werden musste. Wer jedoch in Zeiten des "Superwahljahrs" die Hoffnung in sich trägt, das bevorstehende Chaos könne noch einmal abgewendet werden, wenn es nur irgendwie gelinge, eine der "Rechtsparteien" in die Parlamente zu bringen, wird an diesen Tag bitter erwachen.

Sie alle haben keine gemeinsame weltanschauliche Grundlage und träumen gemeinsam den demokratischen Traum, mit zahlreichen Wahlversprechungen alle Unzufriedenen, Nörgler und Neider hinter sich zu versammeln, um endlich die 5%-Hürde zu überspringen und "anerkannt" zu werden.

Sie können ja nur schlechte Kopien des Systems sein und beweisen das ja immer wieder, wenn doch mal einigen von ihnen der Sprung in die gelobten Parlamente gelungen ist. Denn dort stellt sich ja immer wieder sehr schnell heraus, dass man zwar viel Zeit, Eifer und Anstrengung benötigt hat, um nun auch Parlamentarier zu sein - dort aber ohne weltanschauliche Grundlage hilflos den vorhandenen "Sachzwängen" gegenübersteht und zuletzt voll und ganz die Spielregeln des Systems anerkennen muss.

Genau in diesen Gesetzmäßigkeiten des Systems liegt aber der Grund für die heutigen Zustände:

"Ehrsucht und Besitz gilt mehr als Herkunft und Heimat und jeder ist sich selbst der Nächste - unheilvoll wirkt sich diese Untreue zum eigenen Volk aus."

Und so wird es auch diesmal wieder kommen - die seit Jahrzehnten unfähigen, aber eingesessenen Polit-Profis der Altparteien behaupten sich durch ihre Trägheit und die Unfähigkeit der anderen fest im Parlamentariersessel und können daher munter und ungebremst fortfahren, Deutschland weiter zu zerlegen.

Die "nationale Partei-Opposition" hat Jahrzehnte damit zugebracht, das spießbürgerliche Vorbild der Systemparteien nachzuahmen und es daher nicht geschafft, eine geschlossene Gemeinschaft mit einheitlicher weltanschaulicher Ausrichtung zu bilden, die mit einigen Persönlichkeiten an der Spitze ein echtes Gegengewicht darstellen kann.

Aber dies nicht etwa deswegen, weil sie ständig bekämpft worden sind, sondern weil es sowohl an Persönlichkeiten wie auch an Ideen gemangelt hat. Daran hat sich bis heute nichts geändert - und da die Ursachen in den "nationalen" Parteizentralen immer noch nicht erkannt worden sind, wird das bestehende System solange weitermachen, bis es über den Abgrund hinaus gefahren wurde.

28.07.09

Kommentare

frosch
29.07.09 um 13:49
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Kommentar 1

Demokratie bleibt immer noch Demokratie, selbst wenn man in den nationalen Parteizentralen behauptet "man würde es doch besser machen, man ist ja nicht so wie die anderen ..." . Wenn es aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente - dann ist es eine Ente! Egal ob man sie nun grün oder blau anmalt, es bleibt eine Ente! Der grundlegende Fehler ist eben das System und jene die sich des Systemes bedienen, können niemals eine wirkliche Wende herbei führen.



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