Wirtschaftsforscher fordern Lohnverzicht

Arbeitnehmer im Osten der Republik sollen auf Lohn verzichten, um ihren "Wirtschaftsstandort attraktiver" zu machen. Der Deutsche wurde zum Verbraucher, Kinder zum "Kostenfaktor", die Heimat zum Wirtschaftsstandort und nun sollen die "Ostdeutschen" auf Lohn verzichten, "um ihre Region für Investoren attraktiver zu machen" – dabei müssten sich die Löhne zwischen dem Niveau Polens und Westdeutschlands einpendeln.

Mit weniger Worten ist es kaum möglich, den Geist dieser Republik klarer zu zeichnen. Aber selbst wenn man diese Überlegung ernsthaft verfolgt, welche Gründe mag es für Investoren wohl geben, dann nicht gleich ein paar hundert Kilometer weiter ostwärts zu investieren, wo die Menschen nicht nur für noch weniger Geld arbeiten, sondern sich auch gleich noch praktischerweise zum Wohle der Unternehmer prostituieren? Ist es vielleicht doch deutsche Schaffens- und Tatkraft, die für wenig Lohn und viel Gewinn billig eingekauft werden soll?

So oder so – auf diesen Ungeist können wir verzichten. Allein die Grundüberlegung, dass sich der Mensch an die Wirtschaft, und nicht die Wirtschaft an den Menschen und seine Bedürfnisse anpassen soll, entspringt einem fremden und materialistischen Gedankengut. Das Volk ist nicht da, damit es der Wirtschaft gut geht, sondern die Wirtschaft hat die Aufgabe, dem Volke zu dienen.
Nicht der materielle Gewinn der Wirtschaft ist wichtig, sondern das gesunde Gedeihen des Volkes. Die Wirtschaft und das Volk sind keine Gegner, die sich gegenseitig über den Tisch zu ziehen versuchen, sondern Teile eines sich gegenseitig befruchtenden Wechsels.

Die üblichen alten Gedankengänge im heutigen Geldsacksystem führen jedoch zwangläufig nur dazu, was nun in voller Blüte steht: Arbeitslosigkeit und Armut. Lohnverzicht wird diesen Verlauf nicht bremsen, sondern weiter verstärken – der Fehler ist nicht in der Höhe des Lohnes, sondern im Verhältnis von Volk und Wirtschaft zu suchen.

12.10.11

Weitere Artikel zum Thema

Kommentare

Waffenstudent
13.10.11 um 11:24
antworten

Kommentar 1

Die Miete vor 1945 betrug 1/8 vom Arbeitnehmereinkommen. Danach stieg sie bis zum Mauerfall auf 1/3. Und heute liegt sie bei einem Halben Arbeitnehmereinkommen. 1950 konnte sich in der Trizone ein alleinverdienender Arbeiter ein Haus bauen (Dieses Haus war zwar nix Besonderes, es steht aber immer noch) Heute müssen beide Ehepartner arbeiten, um die Miete zu erwirtschaften.

Die mangelhafte Kaufkraft des Arbeitnehmers ist unser aktuelles Problem: Der Thaler wandert nämlich nicht mehr wie noch 1960 von Geschäft zu Geschäft in Dorf und Stadt und von dort wieder zurück in den Arbeitnehmergeldbeutel. Es wandert ins Ausland und kommt nie mehr zurück.

Gebt dem deutschen Arbeiter das Geld, was die BRDDR ohne jede Legitimation im Ausland sinnlos verbrennt und das ihm, dem Arbeiter im Innland von Investmentbanken, Steuerhinterziehern, Subventionsbetrügern und Kriminellen gestohlen wird, und wir haben wieder Familien, die nicht ständig beim Staat betteln müssen.



stefan
13.10.11 um 12:59
antworten

Kommentar 2

"Ostdeutschen" auf Lohn verzichten? Bei 6 Euro Brutto, wo soll man da noch auf Lohn verzichten?

Die Politiker und Wirtschaftsbosse haben ein Dachschaden.



Mainz-Bingen
13.10.11 um 17:34
antworten

Kommentar 3

Wir sollten eine Lohnstreichung der Wirtschaftsforschern fordern um ihnen mal anständige Forschungen abzuverlangen.



Steffen
14.10.11 um 11:45
antworten

Kommentar 4

Nun ja, es fängt bei jedem selbst an. So sollte man seine Brötchen zum Frühstück beim örtlichen Bäcker holen, als bei Kaufland oder ALDI Tiefkühlbrötchen. Ebenso ist es mit Wurst und Fleisch. Ich habe es mir mittlerweile zur Routine gemacht, auf die Verpackung zu schauen, wo das jeweilige Produkt hergestellt wird. So kaufe ich Gemüse aus der Region, Tee aus regionalem Vertrieb und Honig aus der Lausitz ;-). Selbst wenn ich dafür pro Produkt manchmal über das doppelte des Niedrigstpreises draufzahle.

Man sollte sich dahingehend auch über die Unternehmen informieren. Welche Rechtsform hat das Unternehmen? Stehen hinter den Produkten nur Großkonzerne, welche eine komplette Marktdiversifikation verfolgen oder mit unterschiedlichen Produkten und Preisklassen unterschiedliche Ziel- und Marktgruppen fokusieren?

Ist das Unternehmen eine Aktiengesellschaft (AG), welche nur auf reinen Gewinn aus ist und sich deren Gläubiger und Anteilseigner aus dem Markt kaufen, sofern er nicht mehr attraktiv ist (die Rendite zu niedrig) ?

Es wäre vielleicht eine gute Idee, lokale bzw. regionale Firmen aufzulisten, welche nachhaltig und mit "weißer Weste" produzieren, allerdings die übertriebene und forcierte Ökobilanz herausgerechnet, ebenso wie die Bewertung nach Frauenquote etc.

Es liegt letztlich nur am Käufer. Eine reine Produktbewertung nach Preisen, woraus der Preiskampf entsteht, ist längst hinfällig. Die letztverbliebene Schraube der Personalkosten, an denen die Unternehmen noch drehen können, weil bisher alles andere optimiert und rationalisiert wurde, kann maßgeblich gelockert werden, wenn dem Käufer bewusst ist, dass er selbst mit seinem Geld und seiner Kaufbereitschaft die kritische Ressource bildet.



Fritz
14.10.11 um 19:09
antworten

Kommentar 5

@Steffen(4): Deine Einstellung hoch in Ehren, aber wie umsetzen bei 900 € Netto im Monat...
Die einzige Möglichkeit, die Ich sehe: Für ca. 10 Jahre extremst für Geld "prostituieren" (wenn nötig, dann in der Schweiz oder im "Westen") und mit der Kohle weitestgehend unabhängig machen von diesem System und anfangen endlich parallele Strukturen aufzubauen.



Schradenland
22.10.11 um 18:27
antworten

Kommentar 6

Dieser Beitrag sollte unbedingt in das nächste Infoblatt.

Danke für diesen Artikel.



KALKUTTA
23.10.11 um 10:48
antworten

Kommentar 7

Damit kann die Sau gleich bei sich selbst anfangen!



Kommentar schreiben

Name


Kommentar
kommentar


 


...lade
 

Kontakt

Du suchst Kontakt zu aktiven Widerstandsgruppen in Südbrandenburg, hast Fragen oder Hinweise? Dann melde Dich über das Kontaktformular!

Nutze das Tor-Netzwerk, um dem Apparat die Verfolgung zu erschweren!


Feed Flickr