
So mancher hierzulande kann sie nicht begreifen, die stille Ohnmacht der Massen, die Resignation, die Ignoranz, mit der das Gros der Deutschen sein Leben fristet – den Tod des eigenen Volkes als schier unausweichliche Perspektive stets vor Augen, nicht macht-, sondern willenlos, das Schicksal zu wenden.
Wer Großstädte kennt, der kann längst aus eigener Erfahrung davon berichten, wie es sich als Angehöriger einer deutschen Minderheit unter Heerscharen Fremder lebt. Er weiß von den Unstimmigkeiten, dem schlicht unnatürlich anmutenden Straßenbild mit all seinen grotesken, abstoßenden oder beängstigenden Facetten. Er ist froh, wieder in seinem Dorfe, seiner Kleinstadt oder wenigstens in seinem Bezirk angekommen zu sein, in dem es noch anders aussieht. Doch er unternimmt nichts. Noch kann er sich ein Leben in einer Umgebung leisten, die ihm eher zusagt als die beschriebene. Noch kann er seine Kinder, sofern es sie gibt, in Kindergärten und Schulen schicken, die keinen 90%igen Anteil Fremder aufweisen. Noch kann er sich ein Leben in verhaltenem Wohlstand, ein schönes Auto, erholsame Urlaubsreisen und all die Konsumgüter leisten, die er zu benötigen gedenkt. Noch.
Wer durch die Lande der ehemaligen DDR zieht, kann längst aus eigener Erfahrung von Städten und Dörfern berichten, in denen das Straßenbild geprägt ist von Greisen und das Stadtbild vom Abriss. Er weiß um die verwaisten Kindergärten und Schulen, genauso, wie er den einzig verbliebenen regionalen Wachstumsmotor in der Bewirtschaftung des Alterns erkennt. Hat er Arbeit, so bleibt er still und hofft, sie zu behalten. Hat er keine Arbeit, sucht er sie im Westen. Findet er sie dort, prägt sein Wegzug die Region einmal mehr in beschriebener Weise – er selbst bleibt still in der Hoffnung, die neue Arbeit zu behalten. Findet er sie nirgendwo, bleibt er in seiner Mietskaserne, in welcher ihm der Staat die Miete zahlt, kauft bestenfalls das Nötigste, schlimmstenfalls nur noch Alkohol und wartet auf sein Ende vor dem Fernseher, aus welchem ihm die schillernde Welt der Demokraten wie eine unerreichbare Traumwelt entgegen scheint – in milder Gnade erlässt man ihm zumindest die Rundfunkgebühren. Wenigstens vor dem Fernseher kann jeder am Wohlstand im System der Demokraten teilhaben. Noch.
Keiner kann sagen, er wüsste nichts davon, dass sein Volk stirbt. Eine Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Frau – geschönt durch erheblich höhere Geburtenraten inzwischen "eingedeutschter" Fremder – spricht Bände. Wenn von Generation zu Generation aus zwei Deutschen 1,3 Deutsche werden, wer will da behaupten, das Volk sterbe nicht aus? Wenn um einen herum fast nur noch Fremde oder fast nur noch Alte wohnen, wer will da behaupten, der Volkstod sei ein Angstszenario, geschürt von Verschwörungstheoretikern und Ewiggestrigen?
Dass unser Volk stirbt, ist allen bewusst, sobald sie die Augen öffnen und mit den Zahlen und Tatsachen konfrontiert sind; sobald ihr durch die mediale Scheinwelt und den Alltagsstress getrübter Blick für einen Moment aufklärt.
Doch was ist ihre Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Es ist nicht das drängende Gefühl, den Volkstod aufhalten zu wollen, sondern der lapidare Einwand, dass es dann eben so sei. Dass Völker zu allen Zeiten zusammengewachsen seien, dass Ländergrenzen ein längst veraltetes Modell chauvinistischer Kleinstaaterei seien, während fortschrittliche Modelle Grenzen öffnen, Unionen bilden und Staaten und Völker so verschmelzen. Der Deutsche nimmt hierbei die Position des altklugen, neutralen Beobachters ein, der aus der Geschichte gelernt hat, die man ihm 60 Jahre als wahr aufgetischt hat. Die überstaatlichen Prozesse seien letztlich ohnehin nicht mehr aufzuhalten, und es ginge uns doch eigentlich sehr gut, man sehe sich nur an, wie schlecht es den Menschen "früher" gegangen sei. Abscheu und Wut empfindet so mancher, wenn derartige Ansichten leichtfertig geäußert werden.
Doch die allzu gut bekannte Argumentation, die man jeden Deutschen auswendig lernen ließ, so er denn überhaupt politisches Interesse entwickelte, hat eine bedeutende Schwäche: Es geht uns doch eigentlich sehr gut. Aus dem Umstand einzig, dass das verheißungsvoll angepriesene Modell der Demokraten dem Einzelnen (mehr oder weniger) genügend finanzielle Mittel zubilligt, und daraus, dass der Einzelne dies wohlwollend in seinem Urteil über das System anerkennt, liegt zugleich dessen gravierende Schwachstelle. Denn war es dem Deutschen früher Identifikationsmerkmal, einem Kulturvolke anzugehören, welchem die Welt zahllosen wissenschaftlichen, literarischen, technischen und musikalischen Reichtum verdankt, so ist "unser Staat" heute deshalb gut, weil er seinen Bürgern ein gewisses Maß an Wohlstand garantiert. Wo früher etwas gut und richtig war, weil es Wissen und Wohlstand der ganzen Welt mehrte, da ist es heute richtig, solange es den Wohlstand des Einzelnen bereitstellt, ohne die Mühen und Opfer abzuverlangen, die einst jedem Deutschen vertraute Pflicht waren.
Was verbliebe aber von der Argumentation der Demokraten, würde dieser Wohlstand am Ende der Legitimationskette entfallen? Auch dann würden alle erkennen: Wir sterben aus. Früher, da hätte uns die familiäre oder dörfliche Gemeinschaft ein Leben ermöglicht. Jetzt sind wir durchsetzt mit Fremden, die allesamt größere Sippen herausgebildet haben als wir – und sich nun an ihrer Gemeinschaft stärken, ganz so, wie wir es nicht mehr können. Die Grenzen sind geöffnet – für uns, aber auch für all die Kriminellen, die nun leichtes Spiel haben. Früher, da war es anders, und da ging es uns doch eigentlich sehr gut – seht, wie es inzwischen um unseren Wohlstand bestellt ist!
Mit dem Wohlstand steht und fällt das System der Demokraten. Nicht nur in Deutschland, sondern überall. Deshalb ist auch klar, warum die größten Nutznießer des Liberalkapitalismus es nicht verpassen, schwächelnde Staaten mit Geldern zu versorgen, um Krisen abzuwenden. Doch wenn ein Volk naturwidrig lebt, über Generationen die Primäraufgabe des Lebens – das Heranziehen von Nachkommen und das Anstreben der Höherentwicklung derer – vernachlässigt, ja ableugnet, dann wird aus seiner Volkswirtschaft ein Loch ohne Boden. Es kann mit Geld gefüllt werden, aber für dieses Geld ist schon lange kein realer Gegenwert mehr vorhanden. Die Zinsspirale tut ihr Übriges. Eine Inflation wie in Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1929 ist unausweichlich – auch, wenn es den Finanzjongleuren heute dank globaler Märkte gelingt, sie auf Kosten von Niedriglohnländern oder durch Versorgungskriege hinauszuzögern.
Wie schnell ein ganzer Staat der Demokraten zum Erliegen kommt, zeigt nun Griechenland: Generalstreik, verstopfte Straßen, gesperrter Luftraum, geschlossene Geschäfte. In genau dieser Situation ist es an der Zeit, die Gründe für das Scheitern des Liberalkapitalismus unerbittlich zu agitieren – um aus dem verzweifelten Protest der Massen, deren Wohlstandsphantasien schwinden und deren Mut zur Veränderung damit wächst, eine Revolution erwachsen zu lassen. Die Bilder aus Athen, wo an einem Tag über 200.000 Menschen zu Protesten auf die Straßen gingen, werden Deutschland schon bald nicht mehr nur über Fernsehkanäle erreichen. Dann ist es an uns...
05.05.10

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Nada
05.05.10 um 22:02
antworten
Ihr wisst gar nicht, wie wichtig ihr, sicher nicht nur für mich, mit euren Texten seid. Danke dafür.
TaDa
05.05.10 um 22:37
antworten
Ihr wisst gar nicht, wie schön es ist, zu wissen das ich mich an Orte begeben kann in denen ich Bestandteil dieser sogenannten Minderheiten bin. Wer legt/legte den Standard fest, ab wann der Ausländeranteil an Schulen zu groß, in Bezirken zu hoch ist?
Ich
06.05.10 um 10:52
antworten
Es ist aber leider schon so oft beschworen worden, dass bald der Wohlstand endet und die Deutschen dann endlich aufwachen... ich glaube langsam, die Banken und Politiker aller Länder werden die Inflation dauerhaft im Zaum halten, indem sie einfach immer neue Kriege beginnen, dort dann Waffen benötigen, später Aufbaumaterial usw. - und so die Wirtschaft immer wieder beflügelt wird. Natürlich zahlen den Preis die unterdrückten Völker (Irak usw.) aber die können sich nicht angemessen wehren, und warum sollte das bald anders sein? Jetzt zahlen wir ein paar Milliarden Steuergelder für die Griechen, das Geld wird im nächsten Haushalt definitiv fehlen, aber wo sind die Hunderttausenden? Die sitzen eben doch vor dem Fernseher und freuen sich auf die Fußball-WM, statt sich an den Griechen ein Beispiel zu nehmen.
Paul
06.05.10 um 14:18
antworten
@TaDa(2): Dieses schöne Gefühl kannst du auch in einem Deutschland der Deutschen noch haben, denn dann bist du mit deinen multikulti-fanatischen Ansichten ganz sicher eine Minderheit... Und wenn du dich unter Arabern, Türken, Negern usw. so wohl fühlst, dann fahr halt im Urlaub in die entsprechenden Länder! Vielleicht ziehst du auch ganz dort hin, dann werden dir gesündere Völker irgendwo im Busch zeigen, was sie von Zuwanderung halten, und dein Kopf ziert bald den Speer eines Stammeshäuptlings...
frosch
06.05.10 um 18:43
antworten
Sehr guter Artikel.
Wohlstand ist nur eine Facette einer trügerischen Sicherheit, die die Demokraten noch mit Ach und Krach aufrecht erhalten können.
So ist Sicherheit, neben Essen und Trinken, eines der primären Grundbedürfnisse des Menschen, jeder strebt nach größtmöglicher Sicherheit, sei es finanzieller, persönlicher oder materieller Art.
Noch schaffen es die Demokraten, den schönen Schein zu wahren, sie wiegen uns in Sicherheit mit Hartz4 als sogenannte Grundsicherung (verhungern muss ja keiner), 1-Euro-Jobs als Ersatz für wirkliche Arbeit (ihr habt doch Arbeit), Kurzarbeit als Substitution für Entlassungen (zum Glück sind wir nicht arbeitslos), Konsumgier, um die innere Leere zu füllen (ihr könnt alles kaufen), Überwachungsstaat statt wirklicher Kriminalitätsbekämpfung (der Staat beschützt euch), Einwanderung statt deutscher Kinder (wir haben keinen Geburtenschwund in Deutschland), wirtschaftliche Abhängigkeit statt Eigenproduktion (die Wirtschaft wächst doch....).
Noch funktioniert ihr System, noch kann man vortäuschen und vertuschen, doch was, wenn der schöne Schein zusammenbricht? Wenn man den Menschen das Hartz4 kürzt, alle Kurzarbeiter
eines Tages auf der Straße stehen, wenn der Polizeistaat wie schon jetzt in vielen Großstädten versagt?
Dann erst werden die Menschen auf die Straße gehen und protestieren, denn solange sie sich in den Händen der
verlogenen Demokraten immer noch sicher fühlen, haben sie keinen Grund, an den herrschenden Umständen etwas zu ändern.
Wilhelm12
06.05.10 um 19:36
antworten
@Paul(4): Deinen Stammtisch Rassismus kannst du zu Hause mit deinen NPD Glatzen ausleben. In einer revolutionär-nationalen Bewegung hat das nichts zu suchen.
Helmut W.
04.03.12 um 16:42
antworten
@Rosenduft
Komisch!!!
Woher hat die Europäische Zentralbank auf einmal eine Rekordsumme von Knapp
530 Milliarden EURO zum verleihen?
Bei den Schulden die jedes der Europa-Mitgliedsländer hat ist doch dafür keinerlei Deckung vorhanden!