
Seit dem Jahre 2007 diskutieren die Demokraten über das Betreuungsgeld, das zum Beginn des Jahres 2013 eingeführt werden soll. Nun melden sich ausgerechnet die "Experten" der deutschen Wirtschaft zu Wort, die natürlich kein Interesse an gesunden, selbstbewussten und leistungsfähigen Menschen, sondern ausschließlich an Produzenten und Konsumenten haben, und degradieren das Betreuungsgeld zur "Herdprämie" herab.
Dabei ist noch nicht einmal klar, in welcher Form die monatlichen 150 Euro, die für jedes zum Bezug berechtigte Kind vorerst angedacht sind, ausgezahlt werden sollen. Denn nach dem bisherigen Stand steht gerade einmal fest, dass Eltern, die ihr Kind im Alter von ein bis drei Jahren zu Hause betreuen, Anspruch auf das Betreuungsgeld haben sollen, unabhängig davon, ob eine andere Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung steht. Inwiefern eine Anrechnung auf Unterhaltsleistungen oder andere Sozialleistungen erfolgt, ist bisher nicht abzusehen.
Doch weil die Wirtschaft ja zum Wohle des Volkes bisher nur zugebuttert hat, ist allein der Gedanke für den Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner, ein Graus:
"Es ist heutzutage schwer nachzuvollziehen, warum der Staat Eltern dafür Geld geben soll, damit sie zu Hause bleiben und ihre Kinder erziehen. Zu Hause bleiben wollen ja nur noch ganz wenige Eltern."
Tatsächlich aber ist es schwer nachzuvollziehen, warum eine junge Mutter, gerade in den ersten drei wichtigen Lebensjahren ihres Kindes, einer Arbeit nachgehen soll. Um damit Geld zu verdienen, mit dem sie dann die staatlich subventionierte Betreuung ihres Kindes bezahlt? Das Gegenteil von Wagners Phrase ist der Fall, wie eine Emnid-Studie belegt: 69,2 Prozent der Frauen würden in den ersten drei Lebensjahren ihres Kindes lieber zu Hause bleiben, würde man ihnen die 1.000 Euro in die Hand geben, die der Staat zur Subventionierung von Krippenplätzen mindestens ausgeben muss.
Für den Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, heble das Betreuungsgeld "den mühsam errungenen Verdienst des Elterngeldes aus, Mütter zu einer etwas zügigeren Rückkehr in das Erwerbsleben zu bewegen". Dabei ist kein Wort davon zu hören, dass das Elterngeld in Wirklichkeit eine Verschlechterung zum vorherigen Erziehungsgeld war und gerade nicht dazu geeignet ist, den Willen zum Kind zu stärken und den drohenden Volkstod aufzuhalten, denn es wird nur noch ein Jahr lang gezahlt - und zwar abhängig vom vorherigen Verdienst. Bei einem hohen Einkommen können das bis zu 1.800 Euro monatlich sein. Hat eine Mutter jedoch kein Einkommen vor der Geburt ihres Kindes gehabt, weil sie noch im Studium war oder Kinder großgezogen hat, bekommt sie nur noch ein Jahr lang 300 Euro im Monat.
Damit wurde das Elterngeld zum Anreiz, auf der Karriereleiter möglichst hoch zu steigen, möglichst lange zu arbeiten, bevor man sich für ein Kind entscheidet. Doch je älter die Frau und je höher die Ausbildung, umso geringer ist die Kinderzahl. Und gerade die besonders häufig kinderlosen Akademikerinnen, denen es im Vergleich an Geld nicht so sehr mangelt, kann man mit dem erhöhten Elterngeld nicht ködern.
Begünstigt werden damit Familien mit zwei erwerbstätigen Eltern, auf Kosten der Alleinverdienerfamilien. Begünstigt werden erwerbstätige Frauen auf Kosten der Frauen, deren Beruf Mutter ist. Begünstigt wird der Markt auf Kosten der Kinder und Mütter. Begünstigt werden Frauen mit niedrigen Geburtenzahlen auf Kosten der Frauen mit höheren. Begünstigt werden berufstätige Mütter mit hohem Einkommen auf Kosten der Mütter mit geringem oder gar keinem Einkommen.
Statt die Grundstrukturen des Sozial- und Steuersystems so zu verändern, dass Familiengerechtigkeit entsteht, soll auch noch der letzte Rest an Produktivkraft aus den Müttern herausgequetscht werden, indem sie ihre Kinder bereits mit einem Jahr dem Staat übergeben und frei werden für die Erwerbstätigkeit. Ein Hohn, wo doch Millionen Arbeitsplätze fehlen - auch dank der symptomatischen Unfähigkeit von feisten Gestalten wie Wagner und Straubhaar, die nur noch Produzenten oder Konsumenten benötigt, die ihr System aus Geld und Ware am Leben erhalten und außer Zahlen nichts mehr in der Seele tragen.
02.01.12

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Schlafes-Michel
05.01.12 um 11:09
antworten
Degradierung der Frau zum lohndrückenden Arbeitssklaven gegenüber dem Mann, der früher das Geld für die ganze Familie besorgte!
Die Folge ist nicht nur ein Geschlechterkampf, der jeglichen unterschiedlichen Eigenschaften von Mann und Frau entbehrt, sondern auch noch ein Betreuungszwang, welcher es erst ermöglicht 68er-Gender-Programme in die Familie zu streuen - um die letzte kleine gemeinsame Zelle deutschen Lebens zu zerstören!
Das ist nicht nur purer Kapitalismus - sonder Nihilismus!
Netzbeobachter
07.01.12 um 15:08
antworten
Berichte über Frauen, die schon früher gegen Feministen wie Alice Schwarzer öffentlich Stellung nahmen.
Das könnte jeder sich ansehen, darüber nachdenken und für den Fall der Fälle auch abspeichern.
http://www.youtube.com/watch?v=99r46HbiJEw
und Teil 2
(aus "Menschen bei Maischberger", Februar 1975)
auch interessant:
http://www.youtube.com/watch?v=q4ZGZ01FOnk
Zitat daraus: "Zu sagen, daß die Welt von Männer beherrscht wird, ist genauso paradox zu sagen, daß die Seefahrt von Matrosen beherrscht wird."