Völkische Ethik

Überall dort, wo sich menschliche Gemeinschaft bildet, ergibt sich naturgemäß die Formung bestimmter Ordnungen für das Zusammenleben: die Völkische Ethik. Der Begriff "völkisch" ist allerdings ebenso wenig fassbar wie der Begriff "religiös"; an dieser Stelle weist er alleine daraufhin, dass Ethik eine gewachsene Ordnung aus dem Volke ist.

Ethik stammt aus dem Griechischen, wo ethos heißt: gewohnter Sitz, Standort, Heimat, dann Gewohnheit, Brauch, Sitte. Aus diesen gewachsenen Ordnungen gestaltet sich das Leben für den Einzelnen und für die Gemeinschaft, wobei gerade die Gemeinschaft größte Berücksichtigung erfährt, da ohne sie der Einzelne nichts bedeutet. Zudem erwachsen aus dieser Ordnung bestimmte Lebensnotwendigkeiten, damit die Gemeinschaft im Rechttun den Weg des Lebens und Bestehens und nicht im Übeltun den Weg des Todes und des Verderbens beschreitet.

Bei unseren Vorfahren galt: Wer sich an diese Bindung nicht hielt, stellte sich selbst außerhalb und galt als ausgestoßen und geächtet. Das heißt, er brachte sich um das höchste Gut unserer Vorfahren, nämlich geachtet und geehrt zu sein. Ethik ist also der Rückhalt jeder Gemeinschaft und des einzelnen Gliedes in ihr und bestimmt dessen Haltung.

So ist die völkische Ethik auch ein Gesetz, aber kein Dogma, sondern beweglich und lebendig, weil es immer den Notwendigkeiten für das Leben des Volkes entsprechen muss. Beispielsweise werden Kriegsnöte andere Ordnungen und Bestimmungen erfordern als Friedenszeiten. Die Verantwortung des Einzelnen wird dadurch nicht geringer, sondern größer.

Obwohl beweglich, kennt die völkische Ethik keine Ausnahmen und Kompromisse, sondern nur Notwendigkeiten, die größte Opferbereitschaft und Hingabe fordern, weil das Bestehen des Volkes sie erfordert. Im deutschen Volk hat es immer Menschen gegeben, die sich dieser Bindung entziehen wollten und die Theodor Storm folgendermaßen beschrieb:

"Es gibt eine Sorte im deutschen Volk, die wollen zum Volk nicht gehören. Sie sind auch nur ein Tropfen Gift, die uns im Blute gären. Und weil der lebenskräftige Leib sie auszuscheiden trachtet, so hassen sie nach Vermögen ihn und hätten ihn gern verachtet. Und was für Zeichen am Himmel stehen, Licht oder Wetterwolke, sie gehen mit dem Pöbel zwar, doch niemals mit dem Volke."

Der deutsche Mensch aber hat eine grundsätzlich andere Lebensauffassung. Ihm geht es nicht ums glücklich werden an sich, sondern um Erfüllung der Lebensaufgaben, in denen er sich selbst erfüllt; denn "wir sind nicht auf Erden, um glücklich zu sein, sondern um unsere Pflicht zu tun." (Nietzsche, Bismarck)

02.12.09

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