Stasi-Wahlplakat in Halle

Stasi-Wahlplakat in Halle

In Halle ist es in der vergangenen Woche zu einer Aktion gekommen, welche zum Teil heftige Diskussionen unter den Einwohnern ausgelöst hat: Auf drei Plakattafeln wurde der Schriftzug „Die Linke“ durch einen Aufkleber mit der Aufschrift „Die Stasi“ überklebt.

Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, verunsicherten die umgestalteten Wahlplakate vier Tage lang aufmerksame Autofahrer. Ironischerweise sei für die Linke-Stadträtin Ute Haupt damit "die Grenze überschritten“:

Man kann ja durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Aber das ist wirklich bösartig.

Kann man wirklich? Ausgerechnet die Partei, die Tausende Deutsche verfolgte, bespitzelte und inhaftierte – die selbst vor Morden nicht zurück schreckte – wenn Deutsche eine unterschiedliche, abweichende Meinungen hatten, erhebt sich jetzt zum Ankläger gegen jene, die auf ihre Vergangenheit und damit auf ihre Verbrechen aufmerksam machen? Jene Partei, die heute mehr den je bestrebt ist, ihre Diktatur schönzureden und zu verklären? Jene Partei, die jetzt nach den Stimmen jener wirbt, die sie hier einst 40 Jahre lang unterdrückte?

Die drei überklebten Wahlplakate in Halle machen deutlich, das viel zu schell vergessen wird, dass damals, als hier die Ersten ihr Begrüßungsgeld in Empfang genommen haben, noch immer Deutsche im „Gelben Elend“ gequält wurden.

Hier und hier gibt’s den Stasi-Schriftzug (PDF)

18.05.09

Kommentare

Tim
19.05.09 um 08:11
antworten

Kommentar 1

So ist es richtig, man sollte jede Gelegenheit nutzen um ihnen ihre heuchlerische Maske abzunehmen.



Andreas
19.05.09 um 09:04
antworten

Kommentar 2

Solidarische Grüße nach Halle und an alle anderen da draußen, die in diesem Sinne noch aktiv werden wollen.



KeinDemokrat
19.05.09 um 11:15
antworten

Kommentar 3

Was ich persönlich nicht verstehe, ist, dass ihr eure Verwerfungen im geschichtlichen Sinne (siehe speziell Verfolgung Andersdenkender, Juden mal außen vor gelassen) selber keiner Kritik unterstellt.

Lobenswert ist ja die antikommunistische Satire, doch darf an Kritik der eigenen Vergangenheitsbewältigung nicht gespart werden.

Objektivität macht glaubwürdig.



moT
19.05.09 um 11:39
antworten

Kommentar 4

Gerade eben wieder aufrichten müssen vor lachen...fehlen die Worte super Aktion (kicher)



-----
19.05.09 um 14:42
antworten

Kommentar 5

@KeinDemokrat

Also meine Vergangenheit, und ich glaub auch die der meisten anderen hier, beginnt ca mitte der 80er Jahre. Ich bin weder nachfolger einer Partei, Mitglied einer Partei, noch hab ich an irgendwelchen geschichtlichen Verwerfungen mitgewirkt. Ich lebe im hier und jetzt, bin oppositioneller Jugendlicher und kritisiere/bekämpfe die hier herrschenden Umstände und die heuchlerische Art und Weise, mit der die Demokraten uns belügen, betrügen und unser Volk an den Rande seiner Existenz geführt haben. Was ist daran nicht objektiv bzw unglaubwürdig?



KeinDemokrat
19.05.09 um 17:00
antworten

Kommentar 6

Damit magst du Recht haben. Nur stellt ihr mit eurer Etikettierung "Nationale Sozialisten" eine Assoziation zum dritten Reich her.

Nicht das ich das als verkehrt empfinde, nur sollte man aus gemachten Fehlern seiner „Vorgänger“ auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen.

Ein souveräner Staat zeichnet sich nämlich nicht durch Verbote aus!



Andreas
19.05.09 um 20:55
antworten

Kommentar 7

Jedoch ist der Nationale Sozialismus "nur" eine Weltanschauung, eine politische Idee und kein drittes Reich oder gar eine festgeschriebene Vorschrift zur Verfolgung Andersdenkender. Zudem behaupte ich, dass der Überwachungsapparat der DDR bis dahin einmalig in seiner Dimension war. Und auch die Bilder, die gerne von Demokraten bedient werden, dass im Dritten Reich hinter jedem ein Gestapo-Mann mit gezogener Pistole stand, entsprechen nicht der Wahrheit. Tatsächlich gab es weniger Mitarbeiter in den Geheimdiensten, als es z.B. heute der Fall ist. Jede Regierung verfolgt seine politischen Gegner. Im Falle der DDR trieben sie es auf den Höhepunkt und heute, sind wir nicht weit davon entfernt, wenn nicht sogar schon darüber hinaus. Ich muss nicht erst nach Nordamerika schauen, um das Unrecht zu sehen. Und noch viel schlimmer ist, dass die Verfolgung heute allein aus Heuchelei besteht, wenn man da sagt, es gibt keine politischen Gefangenen in der BRD, während ein Scheinprozess nach dem anderen geführt wird - über Ländergrenzen hinweg. Wenn man sagt, es gibt keine Zensur, keinen Generalverdacht, kein Berufsverbot usw. Es ist perfide, wenn sie sagen, wir - die Neonazis - wollen das Grundgesetz abschaffen, wo sie es doch sind, die es beständig aushebeln und immer weitere Gesetze schaffen, die von Grund auf „verfassungswidrig“ sind und heute nur noch vom BVG gestoppt oder eingeschränkt werden können. Was ist denn noch geblieben, von dem, was da von den mageren Herren am Chiemsee 1949 geschaffen wurde? Ja, wir haben ein Recht darauf das Unrecht und die Unterdrücker der Systeme zu benennen, in denen wir zu leben gezwungen sind oder waren. Und nein, wir müssen uns vor nichts rechtfertigen und das eine Unrecht mit dem Anderen abwägen. Wir glauben nicht an die Erbsünde – weder an die Christliche, noch an die Demokratische.



KeinDemokrat
25.05.09 um 22:29
antworten

Kommentar 8

Dem stimme ich überein - gut formulierter Beitrag.
Nur wollen die Bürger politische Alternativen. Ich würde meinen eine Weltanschauung kann nur über Generationen/ Jahre reifen.

Wenn man den Deutschen was von einer Weltanschauung erzählt, begreift es nicht mal ein Bruchteil, zumindest in der heutigen geistig rückschrittlichen Zeit.

Euer Bemühen in allen Ehren, nur wirkt mir die Sache nicht präzise genug. Anspruchsvolle Menschen würden euren Argumenten sicherlich beipflichten, nur ist nichts richtig "Greifbares" für sie dabei.



Walter
26.05.09 um 22:59
antworten

Kommentar 9

@KeinDemokrat
Also ich glaube, "Weltanschauungen", Ideologien, Staatskonzepte etc. kamen nie bei der breiten Masse an, bevor sie staatstragend waren und daher über die Massenmedien, die Schulen, die sozialen Institutionen aller Art usw. um sich greifen konnten und dann von denen als selbstverständlich und richtig erachtet wurden, die vorher kein Interesse daran hatten (so ist es doch heute auch, siehe Meldung "60 Jahre Volkstod" und das Selbstverständnis "Demokratie ist grundsätzlich was Tolles). Es gab und gibt leider (oder zum Glück?) nur eine Minderheit in jedem Volk, die überhaupt eigenständig politikfähig ist. Diese Minderheit muss man bündeln, dann Argumente austauschen und hieraus etwas erwachsen lassen, was zum "Flächenbrand" wird. Dazu braucht man - da hast Du recht - keine komplexe Weltanschauung als Botschaft, sondern "Greifbares", was jeder versteht, was jeden wütend macht, was das System damit entlarvt und hassenswert erscheinen lässt. Aber genau das finde ich jeden Tag auf Seiten wie dieser hier... die traurige Erkenntnis daneben ist: "greifbare Alternativen gibt es nicht" - sonst würden ich und viele andere sicher danach greifen... man muss sie erdenken, entwickeln, im kleinen erproben (selbst alternative Werte leben und seinem Umfeld vermitteln), bis das System an sich selbst krepiert und dann auch die "Massen" nach Neuem suchen - denn das scheinen sie heute nicht zu tun, solange noch Politiker von "Marktzyklen" reden und alle denken, "die werden das schon alles besser wissen und es wird schon nach der Durststrecke wieder eine fette Zeit kommen, da schnallen wir halt den Gürtel enger, murren, lassen unsere Wut evtl. bei der Wahl heraus..." diese Haltung kann jeder, der sie nicht teilt, allerorts angreifen - Argumente dafür findet man doch hier zuhauf. "das politische Konzept für die Zukunft" kommt doch erst als Schritt nach dem "das Volk muss erkannt haben, dass es für die Zukunft ein neues System benötigt". Wer den zweiten Schritt vor dem ersten macht, stolpert. Es gibt doch zig blöde "Zukunftsprogramme" irgendwelcher pseudo linker, rechter, religiöser etc. Gruppen - und, wo ist die darin vorausgesetzte "Zukunft"??



KeinDemokrat
27.05.09 um 22:59
antworten

Kommentar 10

Das klingt logisch und erscheint auch sehr pragmatisch, was unserer heutigen Politikerkaste vorne und hinten fehlt.

Nur sehe ich die Probleme im Menschen; in seiner Sucht, seiner Gier und seiner Unfähigkeit Werte über lange Distanz zu bewahren.

Schwierig wird es nur an dem Punkt, wo sich die Frage stellt wer sich denn nun als politikfähige Minderheit benennen darf?! Welche Parameter setzt man wo an? Wer besitzt das Recht zu sagen, dass "die" dann die Richtigen sind?

Aber das sind Fragen, die man sich "jetzt" vielleicht noch nicht stellen muss.



Walter
28.05.09 um 08:43
antworten

Kommentar 11

Diese Probleme (im Menschen) sehe ich leider auch, sie sind vielleicht der wichtigste Ansatzpunkt, wenn zukünftig ein anderes System etabliert werden soll. Es ist wichtig, zu verdeutlichen, dass die "Werte" der Demokraten nicht nur dazu führen, dass man kurzsichtig, planlos, egoistisch und "gewinnorientiert" sein Leben gestalten darf, sondern auch dazu, dass Werte, die für so oft beschworene "nachhaltige Politik" wichtig wären, dadurch ausgeschlossen werden. Weitsicht, Gemeinschaftsgeist, Prioritäten abseits von Geld und Unterhaltung - all das steht im Widerspruch zu den Werten, die die Demokraten suggerieren, deshalb können weder sie, noch die die Menschen, über die sie herrschen, unter solchen Prämissen ihr Handeln gestalten. Würden nun alle erkennen, dass genau dies zum Tod unseres Volkes führt, wäre die logische Folge, fortan andere Werte für sich selbst als verbindlich anzusehen. Also liegt hier ein wichtiger Aspekt für politische Propaganda.

Als politikfähige Minderheit in einem Volk meine ich keine bestimmte(n) Gruppe(n), sondern alle Menschen, die politisch denken können - die also Interesse an politischen Ideen und deren Fortentwicklung und Umsetzung haben. Unter denen läuft ja heute bereits ein Diskussionsprozess, nur auf für völkische Politk sinnlosen Bahnen: politische Parteien sind voll mit Opportunisten und Geltungsbedürftigen, die in Wahrheit statt politischem Interesse nur Interesse an Macht, Medienlicht, Geld und bestenfalls an "Lobbyarbeit" haben. Demgegenüber verweigern sich (nachvollziehbar) viele politikfähige Menschen diesem Diskussionsprozess, weil sie mit dem Großteil der genannten "Politiker" nichts gemeinsam haben und auch wissen, dass der "Diskussionsprozess" unter den gegebenen Umständen ein Schacher um Namen und Positionen, nicht aber ein Streben nach guten Lösungen ist. Stattdessen findet hier ein weiterer "politischer" Diskussionsprozess statt - der "außerparlamentarische" auf verschienden politischen Strömungsebenen. Würde es nun gelingen, die oben genannten Werte zu etablieren und hierdurch die Maxime zu statuieren, "Gut ist, was dem Volke nützt", würde das zu folgenden Konsequenzen führen: 1. würde das Volk sich mit dem jetzigen Machtpoker unter dem Deckmantel eines politischen Diskussionsprozesses nicht mehr zufrieden geben, 2. würden alle politikfähigen Menschen ihre Ideen und Vorstellungen der Gemeinschaft ihres Volkes zur Verfügung stellen, ohne dabei verwaschenen Zielen ihrer volksfeindlichen, internationalistischen Ideologien zu folgen. 3. würde hieraus ein Prozess erwachsen, der mehrere "Parteien" überflüssig werden ließe und damit Politik erst wirklich handlungsfähig und realitätsnah machen würde - im Diskussionsprozess "der Volkspolitik" (ob das nun "eine Partei" genannt wird, ist egal) würde sich stets jemand herauskristallisieren, der die beste Idee und die beste Eignung für deren Umsetzung aufweist - genau so würde auch auf jedem Posten ein verantwortungsvoller Mensch platziert werden, der dafür alle Konsequenzen seines Handelns trägt und nicht wie heute, wenn er zB als Verteidigungsminister scheitert, im nächsten Jahr als Verkehrsminister fungiert. Das "Recht", zu sagen, wer der Richtige ist, ergibt sich dann aus überzeugenden Argumenten und der mentalen Stärke, diese durchzusetzen. Wer damit scheitert, wird ersetzt. Wer aber Erfolg hat, dem werden alle Nutznießer dieses Erfolges (die Angehörigen des Volkes nämlich) bereitwillig folgen, ohne, dass jemand auf die Idee käme, nach Wahlen zu rufen unter dem Motto "jetzt sind wir dran, wir wollen auch mal 4 Jahre kassieren..."

Das klingt alles sehr einfach und daher (weil Politik ja etwas "Kompliziertes" sein muss?) unpraktikabel - aber dass die Mehrheit irgendein anonymes medial beworbenes "Programm" wählt und der Machtschacher in den Parteien dann mehr oder minder geeigneten Personen auf spezielle Posten verhilft, klingt mindestens genauso unpraktikabel...und es führt im Ergebnis zum Untergang unseres Volkes. Also hätte allein unter diesem Gesichtspunkt das andere Modell eine Chance verdient - schon deshalb, weil die heute (wie eingangs beschrieben) vom politischen Diskussionsprozess ausgeschlossenen Menschen einbezogen würden und neue Blickwinkel entstünden. Dies würden die Demokraten aber niemals zulassen, daher braucht es zunächst die Propaganda hinsichtlich ihrer "Werte" und das Verdeutlichen ihres Versagens - damit dann Konsequenz Nr. 1 folgt (siehe oben).



Kommentar schreiben

Name


Kommentar
kommentar


 


...lade
 

Kontakt

Du suchst Kontakt zu aktiven Widerstandsgruppen in Südbrandenburg, hast Fragen oder Hinweise? Dann melde Dich über das Kontaktformular!

Nutze das Tor-Netzwerk, um dem Apparat die Verfolgung zu erschweren!


Feed Flickr