Skiurlaub für Mini-Demokraten

Für die Demokraten im EU-Parlament ist es bekanntlich gängige Praxis, sich ihr Dasein vom Steuerzahler finanzieren zu lassen, ohne überhaupt am Arbeitsplatz erscheinen zu müssen. Wieso sollte man sich auch mit langweiligen Parlamentssitzungen den Tag versauen, wenn doch schon allein die Anwesenheit bei der Einschreibung für den jeweiligen Sitzungstag genügt, um das hart erarbeitete Geld der EU-Bürger auf das eigene Konto fließen zu lassen.

Bereits im Jahre 2004 beschuldigte der österreichische EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin Politiker aller Parteien, sie hätten sich in die Tagegeldlisten eingetragen und den Sitzungsort gleich danach wieder verlassen. In diesem Zusammenhang veröffentlichte er eine Liste mit 57 Namen deutscher Parlamentarier, die alle zu Unrecht Tagegelder (damals 262 Euro) kassiert hätten.

Und weil dieses System "Lohn ohne Arbeit" so gut funktioniert, sollen auch die eigenen Nachkommen davon profitieren. Grundsatz Nr.1 in der Erziehung des Parlamentariernachwuchses ist nicht etwa die Lehre von der Ehrlichkeit, vom Pflichtbewusstsein oder der Verantwortung. Nein, das Erste und Wichtigste, was die Kinder der EU-Abgeordneten zu waschechten Demokraten von Morgen werden lässt, ist die Erkenntnis, dass es sich auf Kosten Anderer viel unbeschwerter leben lässt.

So meldet die Berliner Morgenpost, dass im Februar 80 Kinder von EU-Parlamentsbeamten nach Norditalien in den Skiurlaub fahren. Diese Reise wird zum Großteil aus der EU-Kasse finanziert und kostet den Steuerzahler mal eben 84.050 Euro. Verbucht wird das Ganze unter "soziale Maßnahmen", welche – neben einer Gehaltserhöhung von 3,7 Prozent für alle 5000 EU-Beamten - die Arbeitsfreude der Beschäftigten beflügeln soll.

Nach dem Urlaub können sich die Mini-Demokraten schon aufs nächste Ereignis freuen. Zu Nikolaus ist ein Festtag für die Abgeordnetenkinder im Alter von ein bis zehn Jahren angedacht. Neben Musik, Geschenken und Süßem für die Kleinen, werden auch wir Steuerzahler kräftig beschenkt – mit einer Rechnung im Wert von 73.800 Euro.

22.01.10

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Kommentare

Konsumgegner
23.01.10 um 03:53
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Kommentar 1

Genau diese Kinder sind es auch, die auf Privatschulen gehen und später - ganz wie ihre Eltern - eine Politikerkarriere anstreben. Ohne im richtigen Leben gestanden zu haben, ohne auf eine "normale" Schule gegangen zu sein oder den Alltag in einer Großstadt miterlebt zu haben, wollen diese uns dann erzählen, wie toll Mulikulti doch ist - eben genau wie ihre Eltern! Sie behaupten, dass man ohne Probleme mit Hartz4 leben kann, verdienen aber mit einer Unterschrift im EU-Parlament fast genauso viel, wie ein Hartz4 Empfänger im Monat. Dass ein zusätzlicher Urlaub für die Kinder "die Arbeitsfreude der Beschäftigten beflügeln soll", ist zwar schön und gut, aber wer beflüget die Arbeitsfreude einer Friseurin, die für 900,- € im Monat jeden Tag 8h arbeiten geht und ihren Kindern sicherlich keinen Skiurlaub bezahlen kann?
Wenn das eure "soziale Gerechtigkeit" ist, dann möchte ich nicht wissen, was Ausbeutung eurer Meinung nach bedeutet...!



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