Rette sich, wer kann!

Wer Geld dafür hat, schickt seine Kinder auf eine Privatschule – zwar ist es in „gebildeten Kreisen“ hochmodern, von multikultureller Vielfalt zu schwärmen, doch lieber weiß man seinen Einzelsprössling abseits der harten Wirklichkeit.

So ist die Zahl der Privatschulen laut Statistischem Bundesamt auf knapp 5.000 angestiegen. Demnach gingen im Schuljahr 2007/08 674.892 Schüler an eine allgemeinbildende und 237.408 an eine berufsbildende Schule in freier Trägerschaft. Das sind knapp acht Prozent aller Schüler in Deutschland. Doch natürlich gibt niemand gerne die wahren Gründe für seine Wahl zu – es heißt verschämt, die Lehrer seien „motivierter“. Und man bekäme etwas für sein Geld, kann Gegenleistungen verlangen und Forderungen stellen, die an einer staatlichen Schule hilfsloses Achselzucken hervorrufen würden. So kann man sogar erwarten, dass die Mitschüler mehr als gebrochenes Deutsch können und nicht bei jeder Meinungsverschiedenheit mit Prügel drohen oder gar ein Messer ziehen.

Die vielgepriesene Gleichheit wird dazu führen, dass weitere Privatschulen eröffnet werden – die Nachfrage ist trotz der Kosten riesengroß. Doch der Anfangsgedanke, dass auch dem immer größer werdenden ärmeren Teil der deutschen Kinder eine gute Schulbildung ermöglicht werden soll, ist damit längst in den Hintergrund geraten. Nun hat gerade die „fortschrittliche Gleichmacherpolitik“ dazu geführt, dass genau das Gegenteil erreicht wurde und sich nun eine neue Klassengesellschaft herausgebildet hat.

Das hat aber zumindest den Vorteil, dass die „sozialistischen“ Demokraten ihre alte Lüge wieder auspacken können, nach der Bildung und Geldsack unmittelbar zusammenhängen. So können sie ihre „fortschrittliche Gleichmacherpolitik“ weiter betreiben und Ausländerquoten an den Privatschulen fordern – die Kosten dafür müssten natürlich gerechterweise von den deutschen Schulflüchtlingen aufgebracht werden!

22.04.09

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