Dass die herrschenden Demokraten im täglichen Kampf gegen die letzen Überbleibsel "freien" Denkens das Neusprech für sich entdeckt haben, ist nicht erst seit dem Wunsch der Arbeitsministerin von der Leyen nach einem neuen Ausdruck für den "Hartz IV" oder der andauernden Debatte um die Vorratsdatenspeicherung, die unser Innenminister gern zur "Mindestdatenspeicherung" umdefinieren möchte, bekannt.
Auch Wirtschaftsvertreter haben sich das Werkzeug des künstlichen Austauschens negativ besetzter Wörter durch neue, den ursprünglichen Sachverhalt verschleiernde, Begriffe längst angeeignet.
So wusste Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM), einem Lobbyverein mehrerer Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie, vor gut einer Woche den Fokus der medialen Öffentlichkeit auf sich zu lenken, indem er sich dem Begriff des "Niedriglohns" annahm. Pellengahr erklärte:
"So genannte Niedriglöhne sind in Deutschland für viele Menschen vor allem eines: Einstiegslöhne"
Zur Bekräftigung seiner These zauberte Pellengahr sogleich ein passendes Gutachten mit dem Titel "Der Niedriglohnsektor in Deutschland: Entwicklung, Struktur und individuelle Erwerbsverläufe" (PDF) vor die Kameras, welches im Auftrag des INSM vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln angefertigt wurde.
Wer regelmäßig unseren Blog verfolgt, dem wird die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" nicht gänzlich unbekannt sein. Bereits im Mai hatten wir über ein Gutachten der INSM geschrieben - damals bezüglich der großspurig verkündeten Chance zur Vollbeschäftigung in Deutschland.
Und so wie es im Mai die Bestrebung der sich im INSM tummelnden Gestalten war, unter dem Deckmantel einer vermeintlich in Aussicht stehenden Vollbeschäftigung, für die Akzeptanz von "regional unterschiedliche Beschäftigungschancen" und die Förderung von "Mobilität und nicht Sesshaftigkeit" zu werben, so will man im aktuellen Gutachten den Niedriglohnsektor als Erfolg, nämlich der zunehmend "gelungenen Integration Geringqualifizierter in den Arbeitsmarkt" erkannt haben.
So kommt man auf 51 Seiten "Analysen", Zahlenschiebereien und deren Interpretationen zu dem Ergebnis, dass der wachsende Niedriglohnsektor nicht das Resultat arbeitsmarktpolitischen Versagens ist, in dessen Folge ein wachsender Teil der Arbeitnehmer aus regulären Beschäftigungsverhältnissen in solche, mit geringem Lohn gedrängt werden, sondern, dass sich in ihm das "Ergebnis eines arbeitsmarktpolitischen Erfolges" widerspiegelt.
Begründet wird dies laut Pellengahr damit, dass es um ein Vielfaches wahrscheinlicher sei, aus dem Niedriglohnsektor in den Bereich der Normalverdiener aufzusteigen, als umgekehrt abzusteigen. Dabei bedient sich Pellengahr jedoch einer ziemlich eigenen Definitionen des Wortes "Vielfaches". Hält man sich vor Augen, dass laut Studie zwar 52 Prozent aller Austritte aus dem Niedriglohnsektor zu Normalverdienern werden, dem gegenüber jedoch auch 43 Prozent aller Eintritte in den Niedriglohn stehen, die direkt aus dem Normalverdiener-Bereich stammen, ist es fraglich, woher Pellengahrs seine Euphorie nimmt.
Hinzu kommt, dass viele Arbeitnehmer aus einer normalen Entlohnung oftmals erst in die Arbeitslosigkeit geraten, um sich daraufhin mit einer Anstellung im Niedriglohnsektor begnügen zu müssen. Diese Gruppe wird in der Studie jedoch nicht separat erfasst. Insgesamt waren 29 Prozent aller Eintritte in den Bereich des Niedriglohns vorher als "arbeitslos" bzw. anderweitig "nicht erwerbstätig" gemeldet.
So ist klar, dass sich die reale Anzahl der Personen, welche aus dem Niedriglohn in normal vergüteten Arbeitsverhältnissen aufsteigen, von jener Anzahl an Personen, welche bereits normal entlohnt wurden und sich auf einmal - entweder direkt, oder über den "Umweg" der Arbeitslosigkeit - im Niedriglohnsektor wieder finden, alles andere als "vielfach" unterscheiden dürfte.
Des Weiteren wird von den Verfassern des Gutachtens auch kein Zusammenhang zwischen Niedriglöhnen und Einkommensarmut gesehen, da laut Studie aufgrund zusätzlicher Einkommensquellen im Haushalt sowie staatlichen Transferleistungen "nur" 16 Prozent der Niedriglöhner armutsgefährdet seien. Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft wörtlich:
"Es gibt in Deutschland kein nennenswertes Problem der Armut trotz Arbeit."
Wie hartnäckig Typen wie Schäfer oder Pellengahr mit Hilfe vorgegebener Betrachtungen, geschönter Statistiken und "Analysen" jedoch versuchen die Realität, gleich der damaligen DDR, zu verschleiern, um den von den Demokraten geschaffenen "liberalisierten Arbeitsmarkt" als Erfolgsmodell präsentieren zu können, mit dem sich weiterhin nach Herzenslust unter dem Stern "der Profitmaximierung" Löhne und Gehälter drücken lassen, so sind es nicht die warmen Worte, sondern lediglich kalte Tatsachen, welche einen immer größer werdenden Teil der Deutschen Tag für Tag stärker resignieren lassen:
08.09.11

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joerghaider_nt
08.09.11 um 20:33
antworten
Kompliment für Eure Arbeit! Bleibt die Frage, wie kann man sich dagegen wehren. Traditionell waren es immer Streiks gegen die AG, welche die erforderliche Lohnsteigerung ab und an brachten. Die AG sitzen aber letzlich in weiten Strecken im gleichen Boot! Streik der herkoemmlichen Methode faellt also als Mittel aus. In Berlin brennen PKW und die Regierung/Medien erklaeren, dahinter stecken keinerlei politische Ursachen (entgegen der klaren unzweideutigen franzoesischen Vorbilder). Petitionen werden reihenweise abgeschmettert. Welche Sprache und in welcher Form muss also bei welcher Gelegenheit mit den fuer das Desaster Verantworlichen (wer ist das ueberhaupt) gesprochen werden?
Heiko
08.09.11 um 21:14
antworten
@joerghaider_nt(1): Die Sprache der Gewalt? Was meinst Du, wem diese am meisten nützt? Schau mal: wir haben politisch gesehen alle Argumente auf unserer Seite, wir haben sehr gute geschulte Leute, die sich seit Jahren intensiv der Politik widmen.
Wenn wir diesen Pfad nun ohne Not verlassen, geben wir diesen Vorteil auf, um was zu gewinnen? Eine Materialschlacht mit dem System? Undenkbar! Aber genau dort wollen sie uns haben, denn dann brauchen die Systemschergen keine Verbotsgesetze mehr zu erlassen - dann geben wir ihnen den Grund für die Verfolgung in die Hand.
Dann können wir uns nicht mehr auf ein Unrechtsregime berufen, weil wir selber im Unrecht sind.
Auch wenn es mühsam ist, der politische Weg muss gegangen und gewonnen werden! Die Leute wollen Ordnung, Sicherheit und Zukunft und nur Menschen, die dies auch verkörpern, werden auf die Zustimmung der Menschen bauen können.
joerghaider_nt
10.09.11 um 00:06
antworten
@heiko voellig Deiner Meinung! Aber grad weil diese Gedanken sich unweigerlich dem Einen oder Anderen voellig vorhersehbar, also fuer den Gegner vorausberechenbar aufdraengen, ist es ja wichtig, sie hier oeffentlich zu eruieren! Vielleicht ist ja auch das Ziel falsch benannt! Muss denn wirklich GELD das ultimative Ziel sein? Ist es nicht eher das produktive friedfertige Zusammenleben Gleichgesinnter, und gelingt (gelang viele tausend Jahre) dies nicht viel besser ohne Geld? Wenn sie uns kein Geld ueberlassen wollen, sollen sie es doch grad ganz behalten! Tauschen wir einfach gegenseitig Arbeitsstunden aus. Illusion? Ihr Geld wird wertlos, wenn wir es nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptieren, ihr Geld von dem uns bei Bezahlung so oder so eh nur noch 1/10 des Euros als Kaufkraft verbleibt. Es gibt Gemeinschaften insbesonders ausgewanderter Deutscher, die dies aus dieser Erkenntnis heraus, tatsaechlich seit Jahrhunderten pflegen. Es sind heute die Einzigen unseres Volkes, ohne ein Reproduktionsproblem, leider aber unterdessen wohl hier und da mit einem Problem zu geringer genetischer Vielfalt. Sie waren ueber hunderte von Jahren also friedfertig geduldsam und bescheiden und hoffen vielliecht sogar auf biologisch laengst ueberfaellige Auffrischung durch Manche von uns? Sie wissen, weil sie es mussten, wie man mit wenigem oder garkeinem Geld ueberlebt, vielleicht sollte man sie mal zu uns einladen? Wenn man die Eichel nicht in den Boden gibt, verfaengt sich an der fuer die Eichel natuerlciherweise angedachten Stelle ein anderer Samen von denen es hundertausende gibt und ein im Zweifel uns unbekannter und im Nutzen fragwuerdiger Baum oder gar eine Distel besetzt das einstige Deutsche-Eichen-Terrain.
Heiko
10.09.11 um 16:36
antworten
@joerghaider_nt(3):
"Muss denn wirklich GELD das ultimative Ziel sein?" Ähm, ich nehme mir mal einfach raus zu behaupten, dass eine Wirtschaft ohne Geld viel ineffizienter ist als mit Geld. Geld ist nicht das Problem, sondern der Umgang mit dem Geld, der Wachstumszwang, der unserer Wirtschaft das Geld entzieht.
Geld hat eine sehr wichtige Funktion innerhalb der Wirtschaft, es vereinfacht den Handel bzw. ermöglicht ihn erst und mit Geld lassen sich Werte speichern.
Ja, kleine Gemeinschaften kommen auch ohne Geld aus - hilfst du mir, helfe ich dir - aber ein Volk aus 66 Millionen Menschen?
"und hoffen vielliecht sogar auf biologisch laengst ueberfaellige Auffrischung durch Manche von uns?" redest Du vom Paradies, wo für jeden von uns 88 Jungfrauen warten? Schaffende Menschen schaffen sich ihr eigenes Paradies und biedern sich nicht in parasitischer Weise irgendwelchen Schwachköpfen an. Deutschland braucht hier und jetzt unsere Hände und nicht irgendwo im Dschungel.
"Wenn man die Eichel nicht in den Boden gibt, verfaengt sich an der fuer die Eichel natuerlciherweise angedachten Stelle ein anderer Samen von denen es hundertausende gibt und ein im Zweifel uns unbekannter und im Nutzen fragwuerdiger Baum oder gar eine Distel besetzt das einstige Deutsche-Eichen-Terrain." Meinst Du die Eichel, die sich in den brasilianischen Dschungel verirrt hat? Dann ist es richtig, dass diese von den dort heimischen Gewächsen überwuchert wird.
joerghaider_nt
10.09.11 um 19:53
antworten
@heiko Freilich ist Geld das fuer die prosperierende Wirtschaft ultimative Hilfs/Tauschmittel. Heute aber dies nicht mal mehr in materieller Form, sondern nur noch als Byte vulgo elektronischer Impuls auf dem elektronischen Konto, von dem sich, weil es eben Geld ist, der Fiskus besagte im Maximus 90% durch den protokollierten Transfer (z.B. Umsatzsteuer, Einkommenssteuer diverse Abgaben oder beim Konsum z.B. MWST oder Mineraloelsteuer) sichert.
Wenn also Geld zu bekommen verunmoeglicht wird, (Geld als Bedingung fuer Essen, Kleidung, Wohnung, Kinder) muss, abstrakt gesagt, auch mal ueber Alternativen nachgedacht werden ,sobald, wie derzeit, fehlendes Geld in letzter Konsequenz zu fehlenden Kindern fuehrt! Deshalb meine Intention ueber besagte "Gruppen" nachzudenken, welche einst mit sowas um die 42 Familien ausgewandert, heute, mit wenigen Dazugestossenen mehrere Hundertausend zaehlen, weil, trotz Geldmangel, Kinder, und eine hohe Zahl an Kindern, aufgrund der lebensgemeischaftlichen Praegung kein Problem darstellt.
Was sie aber nicht geschafft haben, eine mit der Heimat vergleichbare Kultur zu entwickeln. Dazu braucht es eine gewisse Zahl an Menschen und ein entsprechend ausgepraegtes Niveau an Zusammenspiel unter ihnen.
Paradies? Ja fuer manche von uns erscheint dies wie das Paradies, sie, die Militaerdienst- und damit gewaltablehnenden Auswanderer unseres Volkes haben es fern der Heimat aufgebaut, und integrierst Du Dich in ihren Braeuche, wirst auch Du den m.E. einzig zaehlbaren Reichtum auf Erden, Kinderreichtum, ernten. Bedauerlicherweise ist der Kit, der diese Gemeinschaften zusammenhaelt ein von unserem Ideal leicht entfernter, genaueres weiss ich auch nicht darueber, jedenfalls ist es die Bibel insbesonders das Thema um die Bergpredigt, die hier den vordergruendig gesetztlichen Rahmen bildet.
Statt aber auszuwandern wuerde es mir sinnvoller scheinen sie, vor allem ihr Wissen, wieder herzuholen.
Mir war es hier lediglich wichtig, auf Moeglichkeiten hinzuweisen, wie auch ohne Geld das Ziel Kinder, und damit eine Volkstodverhinderung, erreicht werden kann.
Zuletzt noch die Metapher mit der Eichel, die in die Erde muss, um dort als Baum zu wachsen, meinte ich natuerlich die heimische Erde, die diese Aussaat benoetigt. Findet diese Saat nicht statt, dann werden zu Hauf verhandene fremde Saaten in unserer heimischer Erde schnurstracks dabei sein, ihrerseits genau diesen Platz fuer sich zu reklamieren.
Existenz von Mensch/Sippe/Volk/Kultur ist zu keiner Zeit je ein Geschenk Dritter gewesen. Nur Jene, die sich im Verdraengungskampf, erst gegen die Natur oder Krankheiten, spaeter gegen Widersacher zu behaupten verstanden, wie unsere Vorfahren eben, haben ihren Platz auf Erden verteidigen koennen und diesen uns faktisch zum Erbe uebergeben. Jetzt zeigt sich, wie gut wir aufgestellt sind, dieses Erbe zu verteidigen und es unseren Kinder vermachen oder aber es uns von schier uebermaechtigen Dritten abluchsen lassen.
Wenn nun bislang Geld stringente Bedingung zur Verteidigung dieses Erbes war, diese Gesellschaft aber in all seinen Facetten scheinbar vordergruendig auf Enteignung der heimischen Normal-Bevoelkerung (zum Schluss geht das Geld bei Etlichen unweigerlich fuer die Pflege komplett drauf) ausgerichtet ist, der "einfache Weg" individuell einfach mehr Geld zu bekommen zu keinem gleichwertigen Ergebnis, wie jenes, der auch noch gegenwaertig Kinderreichen unseres Volkes fuehrt, dann sollen sie doch ihre Euros und Dollars, plump gesagt, grad behalten!
Genau dieser Punkt, und jetzt merkst Du die Brisanz, auf internationaloekonomischer Ebene fuehrte schlussweg zum Krieg gegen uns vor 72 Jahren, als wir zwischen Volkswirtschaften Ware gegen Ware, ohne Dollarverschuldung weder von uns noch unseren Kunden, tauschten. (Churchill Zitat dazu gerne auf Anfrage)
Damit wird klar, dass das System durchaus auf diese Art und Weise auszuhebeln ist, allerdings wird ebenso klar, dass es sich dagegen bislang in viel groesserem Umfang, als den hier diskutierten, stets erfolgreich zur Wehr setzen konnte
Dieses System ist genaugenommen vor Allem auf negatives Geld, naemlich Schulden, aufgebaut. In diesen Schulden steckt eine Fessel, die Zinsfessel, mittels welcher das System Alle an der Leine fuehrt und kontrolliert bzw., wie uns, die wir fuer das System durch die zurueckliegende und geschichtlich nachpruefbare Negativ-Geld-Entsagung am Problematischsten wurden, seit 66 Jahren konkret dezimiert.