Lügen-Rudi und "die Spreelichter"

Lügen-Rudi und die Spreelichter

Am heutigen 7. April 2010 veröffentlichte die Lausitzer Rundschau (LR, im Volksmund Lügen-Rudi genannt) einen Artikel über die "Präsenz Spreewälder Neonazis", worin ausführlich auf eine vermeintliche "Spreelichter-Gruppe" eingegangen wird.

Leicht durchschaubar wird damit zunächst der Versuch unternommen, eine "Vereinigung" zu konstruieren, die sodann bei sich bietender Gelegenheit in demokratischer Manier verboten werden kann. Die Gruppe unterhalte schließlich neben ihrer Hauptpräsenz in Lübben und Lübbenau noch "Zellen in Cottbus, Senftenberg, Spremberg und Vetschau", die "Spreelichter-Mitglieder" seien bekannt und stünden unter der Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Dass es sich tatsächlich um eine Internetseite handelt, die sich selbst als Informationssystem der Widerstandsbewegung in Südbrandenburg versteht, bleibt unerwähnt. Dass eine Internetseite mit Informationen zum Widerstand in Südbrandenburg folgerichtig Aktionsberichte, Meldungen oder politische Meinungsäußerungen eben aus den Gefilden Südbrandenburgs beinhaltet, verstünde sich andernfalls auch von selbst – nur fiele es dann etwas schwerer, eine "Gruppe" daraus zu konstruieren.

Daneben ist sich Andreas Staind auch nicht zu schade, Polizeischutzbereichsleiter Preuß zu zitieren, der behauptet, im Zuge der Etablierung der Spreelichter hätten sich Straftaten deutlich gesteigert – um hierfür ausgerechnet als Beispiel anzuführen, dass es 2009 5 (in Worten: fünf) politisch motivierte Gewaltdelikte und damit zwei mehr als 2008 im Landkreis Dahme-Spreewald gegeben habe. Bezeichnend daran ist, dass es in Brandenburg jährlich seit 2001 konstant zwischen 5.100 und 5.700 Gewaltdelikte insgesamt gibt. Die Bedeutung vermeintlich "rechter" Kriminalität in diesem Bereich im Landkreis Dahme-Spreewald liegt damit bei unter 0,1 Prozent.

Ein paar Zeilen später bekennt Preuß hingegen, dass "wir im Süden Brandenburgs kein rechtes Gewaltproblem, allerdings Leute, die die Demokratie öffentlich infrage stellen [haben]". Schon hier dürfte dem aufmerksamen Leser auffallen, dass der Artikel nicht frei von Widersprüchen ist.

Doch es geht weiter. Annett Urban, Leiterin der Polizeiwache in Lübben:

"Solche Aktionen offenbaren zwar klare Tendenzen, sind aber Meinungsäußerungen und deshalb polizeilich nicht relevant. Das trifft auch auf entsprechende Aufkleber zu, die an Verkehrsschildern, Ampeln oder Laternenmasten auftauchen."

Polizeilich nicht relevant – aber Preuß meint:

"Die Spreelichter wissen, dass wir an ihnen dran sind und sie auch durch den Verfassungsschutz beobachtet werden. […] Wir sind […] mit deren Arbeitgebern sowie Ausbildungsbetrieben und Hochschulen im Gespräch."

Spätestens hier riecht alles nach Zuständen, wie man sie aus der Zeit vor 1989 kennt: Eine Systempresse, die im Schulterschluss mit den Repressionsorganen des Staates Druck ausübt, hetzt und Kriminalität herbeiredet. Der 48-jährige Preuß mag dies noch aus Zeiten des Beginns seiner Laufbahn bei der Volkspolizei im Jahre 1980 kennen, als er die Offiziersschule der Bereitschaftspolizei in Dresden besuchte.

07.04.10

Kommentare

Guido Stopp
07.04.10 um 17:44
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Kommentar 1

Das ist gut zu Wissen
... typisch BRDisten.



Hans
07.04.10 um 22:38
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Kommentar 2

Am tollsten ist ja folgende Aussage:

"...Wir sind jedoch mit deren Arbeitgebern sowie Ausbildungsbetrieben und Hochschulen im Gespräch..."

Die Demokraten disqualifizieren sich stets selbst, wenn es um Meinungsfreiheit und Überwachung geht. Herrlich!



Nada
07.04.10 um 23:06
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Kommentar 3

Und da kommen die noch nicht mal auf den Gedanken, dass Aktivisten nur noch mehr Zeit zur Verfügung haben, wenn durch solche Repressionsmaßnahmen (kann man das eigentlich Berufsverbot nennen?) Leute aus den Betrieben, Unis und Schulen fliegen.

Ich denke, so was dient nur zur Abschreckung derer, die den Glauben an das System zwar verloren haben, den Schritt zum aktiven Handeln jedoch noch nicht gegangen sind. Die klare Drohung: Zwar können wir dich nicht einsperren, wenn du nicht an uns glaubst, wollen wir nicht auch noch vor den Rest unser Trugbild von „Freiheit und Gerechtigkeit“ offenbaren, jedoch können wir durch solche Zersetzungsmaßnahmen dein Leben ruinieren – und dir bleibt keine Möglichkeit dich dagegen zu wehren.

Das hat schon in der DDR funktioniert – zumindest eine Weile. Du bist nicht in der FDJ? Tut uns leid, wir können nur den fortschrittlichen Arbeiterkindern einen Studienplatz ermöglichen. Du hast einen Ausreiseantrag gestellt, willst unseren sozialistischen Staat verlassen? Leider müssen wir sie von ihrer Ingenieursstelle versetzen.

Heute zahlt die BRD (zwar verhalten und eher niedrig) den Opfern solcher Maßnahmen der demokratischen Republik von einst eine Entschädigungsrente. Last euch das also schriftlich geben, wenn ihr vor die Tür gesetzt werdet, als Nachweis für später, ihr wisst schon...



Klar
07.04.10 um 23:40
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Kommentar 4

Jede "Initiative für/gegen irgendwas" muss sich seine Daseinsberechtigung schaffen - wie soll man auch sonst an Gelder kommen. Ich werd mich heut auch noch an das Schlafzimmerfenster des Herrn Preuß schleichen, seinen Hausmüll durchsuchen, seine Nachbarn befragen und ihm morgen auf dem Weg zur Arbeit folgen um seinen Chef über seine Machenschaften aufzuklären...



Lotte
08.04.10 um 07:04
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Kommentar 5

Die Gewerbetreibenden in Lübben, die von den Demokraten bezüglich der Maßnahmen gegen Rechts aktiviert wurden, werden hoffentlich nicht so dumm sein und verkennen, wer ihnen längerfristig nützt bzw. schadet. Ich sehe jetzt schon nicht nur ein durch Schmutz bedecktes Schaufenster mit Rissen im Glas und einem ausgeblichenen Schild mit der Aufschrift "zu vermieten" in den Ladenstraßen Lübbens. Von wem soll denn auch das regionale Gewerbe leben, wenn keiner mehr da ist? Allerhöchstens die Sanitätshäuser, Apotheken und Bestattungsunternehmen brauchen sich keine Gedanken machen - diese können die toleranten Herrschaften mit in ihr schwankendes Boot holen. Wenn die "Toleranz" (für mich gleichbedeutend mit Ignoranz) dann in den Westen oder ins Ausland abgewandert ist, und ihr durch die diversen Ämter zusammengetragenes Geld dort für ein angenehmes Leben verprasst, dann wird auch nicht ein Gedanke an Herrn Meier verschwendet, dem man dereinst noch in großen Tönen verkündete, man müsse gegen die brauen Umtriebe vorgehen, um die Stadt attraktiver zu machen. Nicht die "Nazis" sind für die immer prekärer werdende wirtschaftliche Situation der Region verantwortlich (wie man schon des Öfteren zu gern argumentierte), sondern die Demokraten, die sich an ein paar Aufklebern und Häuserwandparolen hochziehen, ohne auch nur eine Minute lang über deren Inhalt nachgedacht und das eigene Handeln reflektiert zu haben. Denn dann würden sie (vielleicht) zu dem Ergebnis kommen, dass sie ihrem Volk schaden und könnten ihre - mehr oder weniger eingesetzte - Energie in die richtigen Bahnen lenken, um ihrer Stadt und Region wirklich etwas Gutes zu tun...Es sei denn, nicht die karitativen Motive bestimmen ihr Handeln - aber diese Unterstellung würde ja jetzt zu weit führen...bürgerschaftliches Engagement ist immer gern gesehen.



Randzone
08.04.10 um 13:40
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Kommentar 6

Angeschossen und in Angst "beißen" die Demokröten um sich. Zuckungen eins kranken sterbenden Systems.



Manni
15.04.10 um 15:57
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Kommentar 7

Schon gesehen, wie die DEMOKRÖTEN sich vorführen lassen? Am Arbeitsamt steht zum 3. mal der Spruch: "Arbeit statt Abwanderung" , aber wenn der Polizeichef nicht bescheid sagt, dass das vielleicht wieder von den Rechten kommt, rechnet damit doch keiner!

Die Sprecherin verweist darauf, dass die Rechten immer raffinierter vorgehen, um auf sich aufmerksam zu machen. Dazu zählen dann auch solche ködernden Sprüche, die möglichst viele Menschen ansprechen sollen. Dies mache die Gefährlichkeit dieser Gruppierung aus. Die Polizei ermittle in dieser Szene. Im Fall der Agentur für Arbeit bietet sie Beratung an.

lol? Ich hau mich weg! Sind die lächerlich! Ich brauch auch ne Aussteigerberatung ;-)



Manni
15.04.10 um 21:55
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Kommentar 8

...hier gibts noch den Link zum Kommentar, den hab ich ja ganz vergessen ;-)

http://sn.im/viehq



Sir Blackpin
25.04.10 um 11:21
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Kommentar 9

Gibt es einen Unterschied zwischen OST- und WEST-Demokratie?

Ja, früher haben wir geahnt, dass wir bespitzelt, verfolgt und beschissen werden.

Heute wissen wir es!
Weil sie genau wissen, dass das Volk noch nicht soweit ist, um aufzustehen und sich zu wehren.

Einigen geht es halt noch zu gut......

Steh auf für DEIN RECHT! Werde Aktiv!



Richard
30.04.10 um 00:51
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Kommentar 10

...Demokratie ist auch keine Lösung...



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