
Sprache ist das Medium des Geistes. Einzig Sprache – sei es in gesprochener, geschriebener oder vergeistlichter Form - ermöglicht es, Gedanken, Gefühle, Wissen und Erkenntnisse in natürliche Zusammenhänge einzuordnen und wieder- bzw. weiterzugeben. Sprache ist somit nicht lediglich Mittel zur Verständigung zwischen Menschen, sondern jede Auffassung von Dingen und Sachverhalten in der Welt bedingt sprachliche Strukturierung. Bereits Friedrich Schiller erkannte:
"Die Sprache ist der Spiegel einer Nation. Wenn wir in diesen Spiegel schauen, dann kommt uns ein treffliches Bild von uns selbst daraus entgegen."
Vom Niveau, welches die Sprache eines Volkes kennzeichnet, lässt sich somit auf den geistigen Gehalt dieses Volkes blicken. Im Umkehrschluss führt eine künstliche Begrenzung der Sprache auf das für die grundlegende Kommunikation notwendige Minimum gleichzeitig zur geistigen Verflachung der sich diesem Minimum annehmenden Schichten.
George Orwell bezeichnet in seinem Roman 1984 eine aus politischen Gründen künstlich veränderte Sprache als Neusprech. Das Ziel dieser Sprachpolitik ist es, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter zu verringern, um die Kommunikation der Bevölkerung in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken. Neusprech sollte den Gedankenspielraum nicht erweitern, sondern einengen, und dieser Zweck wurde dadurch unterstützt, dass man die Auswahl an Wörtern auf ein Minimum begrenzt. Durch die Verwendung vom Neusprech auf allen politischen Ebenen und dessen offizieller Ernennung zur Amtssprache ersetzte es systematisch die alte Sprache. So heißt es dazu im Roman:
"Inzwischen gewann es ständig an Boden, weil alle Parteimitglieder dazu tendierten, im täglichen Sprachgebrauch immer mehr Neusprechwörter und grammatikalische Konstruktionen zu verwenden."
Begrenzten sich die Bemühungen der Demokraten die Fiktion "Neusprech" Wirklichkeit werden zu lassen bisher fast ausschließlich darauf, negativ besetze Begriffe durch neue und unbelastete Wörter zu ersetzen, geht die SPD mittlerweile einen großen Schritt weiter. Die Sozis wollen es nicht länger dabei belassen, Begrifflichkeiten "lediglich" umzudeuten, sondern streben es an, die deutsche Sprache als Ganzes in ihrer Komplexität zu beschneiden und auf ein das sprachlich niederste Niveau bedienendes Minimum zu begrenzen.
Wie einem Interview des "Deutschlandradios" mit der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) zu entnehmen ist, setzt sich die SPD für einen verstärkten Gebrauch der sogenannten "leichten Sprache" ein. Was man unter der "leichten Sprache" versteht, erläutert der folgenden Audio-Bericht von "Deutschlandradio Kultur":
Schmidt betrachtet Sprache als Barriere, welche es zu überwinden gilt. Dass die dafür auserkorene "leichte Sprache" nicht lediglich als Werkzeug in der Kommunikation mit geistig Behinderten betrachtet wird, sondern der Einzug in das politische Neusprech der BRD durchaus gewünscht wird, gibt Schmidt dabei offen zu:
"Und in der Diskussion mit den Behindertenverbänden haben sie gesagt, gerade dieser Punkt - Teilhabe an Kultur, Teilhabe an Informationen - braucht die einfache Sprache, und da ist dann draus entstanden, dass wir gesagt haben, okay, dann machen wir das einmal, und wir hoffen, dass das nicht nur einmal bleibt, sondern dass wir uns als Bundestag Gedanken machen, wie können wir denn das, was wir politisch machen, einfacher, genauer, präziser und verständlicher für die Bürgerinnen und Bürger in diesem Land auch aufbereiten."
Auf welchem Niveau sich das Ergebnis dieser einfachen, genauen, präzisen und verständlichen Aufbereitung bewegt, darüber könnt ihr euch im Antrag "Kultur für alle - Für einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderung zu Kultur, Information und Kommunikation" (PDF) der SPD-Bundestagsfraktion ab Seite 7 selbst ein Bild machen.
Dass Schmidt ausgerechnet die Thematik geistiger Behinderung als Aufhänger zur Forderung zur Verstümmelung der deutschen Sprache wählt, ergibt sich nach eigenen Angaben aus ihrem beruflichen Umfeld:
"Ich arbeite ja sehr viel und sehr eng auch mit der Lebenshilfe zusammen und habe von dort immer wieder auch auf Veranstaltungen gesehen, wie mit leichter Sprache auch geistig behinderte Menschen Funktionen in Vorständen wahrnehmen."
Zur Untermauerung der These, dass auch (in "leichter Sprache") anders talentierte Menschen Führungsfunktionen übernehmen können, wurde uns exklusiv ein Beweisfoto zugesendet.
Schmidt führt außerdem weiter aus:
"...dass geistig behinderte Menschen Vorträge halten können und vieles andere mehr, wenn man versucht, auch die Sprache auf das zu reduzieren, was wirklich Inhalt ist und was rüberkommen muss."
Was genau in den besagten Vorträgen rüberkommt, wird hier unmissverständlich ersichtlich.
Übrigens entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass Demokraten wie Schmidt offiziell von Barrierefreiheit in der Sprache faseln, nachdem sie erst letztes Jahr die geplante Veranstaltung "Menschen mit Behinderung im Deutschen Bundestag" kurzfristig absagen mussten, nachdem sie feststellten, dass sich unter den geladenen Gästen doch tatsächlich Menschen im Rollstuhl befanden und das Reichstagsgebäude in Berlin dafür nicht das notwendige Maß an Barrierefreiheit aufweist.
02.02.12

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Walter
03.02.12 um 14:42
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Die ersten Zeilen des Artikels haben mich sofort an George Orwells 1984 denken lassen, aber dass es so konkret umgesetzt werden soll, wie es die SPD fordert, haut mich wirklich vom Hocker. Bald kommen wirklich alle Komponenten des orwellschen Schreckensszenarios zusammen. Fehlen nur noch die Teleschirme. Den billigen und öligen Gin gibts schon seit Ewigkeiten, und das "Miniwahr" heißt hier nur anders.
Die Einleitung ist vom Ausdruck her sehr gelungen und wirkt erbauend, denn wenn man sich verdeutlicht, wie tiefgreifend und vielschichtig unsere Sprache im Grunde genommen ist, bekommt man nur das kalte Kotzen bei dem Vorhaben der SPD, die Deutsche Sprache zu beschneiden oder wie sie es sagen: "barriere-frei machen."
Bei wem sich diese sozialdemokratischen Stümper noch nicht vollends disqualifiziert haben, bei dem sollte es spätestens jetzt geschehen sein.
nb_78
03.02.12 um 15:11
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Ihr müsst aber auch alles schlecht machen. Ich finde die leichte Sprache sehr gut. Sie führt auch zu einem viel entspannteren Lernen in der Schule!
Eine semipermeable Membran ist eine undichte Wand, der dreißigjährige Krieg von 1618-1648 war ein langer Krieg vor langer Zeit, das Ergebnis von 516*516 ist eine sehr große Zahl und das Jahr hat mehr Tage als meine Hand Finger.
Wenn sich eine solche auf Wesentlichkeiten korrigierte Bildung durchsetzt, haben auch alle genetisch-intellektuell benachteiligten Neu-Europäer beste Chancen bei PISA-Studie und Co. Die Überqualifizierten kann man vielleicht als Dolmetscher für veraltete Bücher und Filme verwenden, bis diese Relikte des Komplizismus zeitlich und biologisch überwunden sind.
Parzival
04.02.12 um 05:22
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@nb_78(2): Ich hoffe sehr, dass das ein Scherz oder Ironie ist...
Reinhard
04.02.12 um 16:13
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Zunächst einmal sollte man schon berücksichtigen, dass nicht allen Menschen ein hohes sprachliches Niveau angeboren ist. Aber diejenigen, sie sich auf diesem Gebiet nicht messen können, haben dafür anderswo ihre Begabungen, sind beispielsweise gute und zuverlässige Handwerker und Arbeiter. Warum sollte man denn das Gebiet der Politik für jeden Narren transparent und verständlich darlegen? Das ist doch nichts weiter als demokratischer Irrsinn. Selbstverständlich bedienten sich auch die historischen Nationalsozialisten in ihrer Propaganda einer einfachen Sprache, um die Massen zu erreichen, aber nach innen gerichtet stand für diese die Bewahrung der arteigenen Kultur und damit auch des gesamten deutschen Sprachschatzes zusammengefasst im Vordergrund. Die systematische Primitivisierung einer Sprache zeugt nur davon, dass man die Menschen in diesem Land nicht mehr geistig zu fordern beabsichtigt, somit auch keine schöpferischen Anlagen wecken und fördern will. Alles ist nur noch darauf ausgerichtet, eine Ochlokratie in der Gesellschaft zu erschaffen, beherrscht von einer Oligarchie privelegierter Finanzmächtiger. Die Demokraten sind dabei nur willenlose Vollstrecker, die in ihrem sozialromantischen Gleichheitswahn am liebsten alle natürlich ausgebildeten Barrieren zwischen Behinderten, Normalbegabten und Hochbegabten und damit eine jede organische Hierarchie niederreißen wollen.
Gneisenau
05.02.12 um 10:58
antworten
Ich vermute, daß das Motiv der Barrierefreiheit vorgeschoben ist, daß es in Wirklichkeit um eine Chancenverbesserung von Migranten geht.
Die Zerstörung der deutschen Rechtschreibung durch die Rechtschreibreform, oder die Bevorzugung von Türken/Arabern durch gesonderte Eingangsprüfungen und Aufnahmekriterien im öffentlichen Dienst, sind offensichtliche Beispiele einer langfristigen Strategie.
Am Ende steht die flächendeckende Diskriminierung des deutschen Volkes.
Jonathan
06.02.12 um 16:42
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Wie weit wird man wohl solche Aussagen wie ein langer Krieg sehr lange her wohl treiben können?
Mir kommt da ein Thema in den Sinn, welches in der heutigen BRD fast täglich thematisiert wird...
Ein Schelm wer nun böses denkt ;)
Gernot
19.02.12 um 22:16
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Der Gedanke, auf Engleutsch (nicht "Denglisch, dass ist der euphemistische Begriff derer, die es verwenden und auch inhaltlich falsch, da es nicht um deutsches Englisch sondern um anglisiertes Deutsch geht) und Bürokratenwortungetümer (wie Letzteres :) zu verzichten, ist ja nicht verkehrt.
Die Absicht freilich dürfte mehr in Richtung des bereits erwähnten 1984-Neusprech und der "besseren Integration von Magronten" zielen. Zumindest kann man das befürchten.