"Innere Kündigung"

Die Fäulnis wabert in diesem Staate überall und macht natürlich auch vor dem einst geachteten Beamtentum nicht halt - aber im Zeitalter des Materialismus kann ja nicht etwa an die nicht mehr vorhandene Berufsehre appelliert werden, sondern muss das Gehalt gekürzt werden.

Gerade aber dies verdeutlicht den tiefen Einfluss des fremden materialistischen Denkens und die Hilflosigkeit eines untergehenden Systems. Denn dieses System stützt seine ganze Autorität nur noch auf Geld – und leidet unter dem Mangel, dass genau das immer weniger wird.

Interessant ist auch, dass nicht einmal der leiseste Versuch unternommen wird, der massenhaften Erscheinung der Verantwortungslosigkeit des einzelnen Beamten gegenüber Volk und Staat durch einen wachrüttelnden Aufruf entgegenzutreten. Selbst höchste Regierungsstellen wissen also entweder um die Wirkungslosigkeit eines solchen Appells oder – was eher zu vermuten ist – denken wegen des eigenen Mangels an Ehrgefühl selbst durch und durch materialistisch.

Diese Erscheinung der "inneren Kündigung" hat sich im ganzen Staate in allen Bereichen verbreitet und lähmt zunehmend das politische und wirtschaftliche System. Der Einzelne zieht sich immer mehr in sich selbst zurück und lehnt zuletzt jede Bindung und jede Verantwortung für andere Dinge ab – Triebfeder für das Handeln ist alleine persönliches Wohlergehen geworden.

Die Verantwortlichen in Staat und Wirtschaft denken ebenso und aus diesem Grund besteht ihr einziges Gegenmittel darin, den Einzelnen durch Wohlstandsentzug unter Druck zu setzen. Funktionieren kann das natürlich nicht – denn der Einzelne wird nun wegen diesem Druck nicht etwa arbeitsamer, sondern wird noch mehr Intensität darauf verwenden, unerkannt mit wenig eigener Leistung auf Kosten anderer möglichst viel herauszuholen.

Denn es liegt tief im Wesen dieses demokratischen Anspruch-Systems begründet, dass immer auf die anderen geschielt, niemals aber zunächst die eigene Leistung in den Vordergrund gestellt wird. Das ist nicht neu: Als der britische Ministerpräsident Baldwin sich 1938 verabschiedete, sagte er zu der Jugend des Empire, sie solle im Leben die Pflicht voranstellen und erst nachher an ihre Rechte denken. Baldwin fügte dann hinzu, es sei wohl möglich, dass die Zukunft die Demokratie vor sich selber retten müsse und forderte eine "geordnete Freiheit, innerhalb des Gesetzes" mit der Macht im Hintergrund und nicht im Vordergrund.

Aber genau das kann das demokratische System nicht verwirklichen, weil es zum Volk außer dem materialistischen Gedanken keine Bindung hat; dieser materialistische Gedanke aber die Menschen natürlich zuerst an ihre Rechte denken lässt – so kann sich am Ende das System nicht vor sich selbst retten.

20.04.10

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Kommentare

nanu
21.04.10 um 13:11
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Kommentar 1

Jeder ist heut ausschlieslich nur noch auf sein eigenes Wohlbefinden bedacht, das dieser sich aber ebenfals dadurch mit ins Verderben stürtzt weil die Allgemeinheit schaden nimmt, ist hier bei anscheinend gleichgültig geworden. Denn jeder Einzelne ist auf sein Wohl bedacht, was die Herrschenden für sich erkannten. Jemand der nicht verzichten möchte, nimmt in kauf Dinge zu vernichten. Das egozentrische Denken spielt hier bei eine wichtige Rolle, da alles was einem nicht selbst betrifft, nichts angeht. Doch selbst das ist ein Trugschluss, denn Menschen die für etwas wirtschaften, können auch für das erwirtschaftet wird an sich zu grunde gehen, sei es körperlich oder seelisch (Ausbeutungs-Strategem). Der Staat hat Geld doch nicht für das eigene Volk und deren Nachkommen, sondern für Menschen die geschickt da einintegriert werden wo sich die Gelegenheit bietet, den unseren Fachkräftemangel zu ersetzen. Es ist eine sytematische Austausch-Strategie, die damit vollzogen wird.



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