Im Ausland wohnen macht kreativer

Im Ausland wohnen macht kreativer

Bei einer Studie gaben Psychologen der "Kellogg School of Management" in Evanston, USA, Studenten verschiedene Aufgaben, bei denen ihre Kreativität getestet wurde.

Bei einer der Aufgaben bekamen die Testpersonen, die an einem Tisch saßen, auf dem eine Mauer aus Karton stand, eine Kerze, eine Schachtel Nägel und einige Streichhölzer.

Nun sollten sie die Kerze an der Kartonmauer befestigen und anzünden, ohne, dass Kerzenwachs auf den Karton tropfen durfte. Die sogenannten Psychologen kamen daraufhin zu folgendem Ergebnis:

Studenten, die eine Weile im Ausland gelebt hatten, lösten den Test öfter erfolgreich als Studenten ohne internationale Erfahrung. Auch die Länge des Auslandsaufenthalts war von Bedeutung. Je länger ein Proband in einem fremden Land gewohnt hatte, desto größer die Chance auf die richtige Eingebung.

Laut den "Forschern" ist es kein Zufall, dass Menschen mit Wohn- und Arbeitserfahrung im Ausland durchschnittlich besser im Erfinden von kreativen Lösungen sind.

Forschungsleiter Adam Galinsky meinte dazu:

"Die Studie zeigt, dass eine Art psychologische Transformation stattfindet, wenn Menschen sich in einem fremden Land niederlassen. Ihre Kreativität wächst, vermutlich, weil sie ihr Bestes geben müssen, um sich an die neue Kultur anzupassen."

Wie Recht Galinsky wohl gerade mit seinem letzten Satz hat, dürfte ihm selbst jedoch kaum bewusst sein. Millionen Beispiele von Fremden mit sogenanntem Migrationshintergrund in allen deutschen Großstädten halten es uns tagtäglich vor Augen, dass das Leben fernab seiner angestammten Heimat, fernab von Familie, Freunden, Kultur und Tradition einzig und allein zum Verlust der eigenen Identität führt.

Da wundert es nicht, dass solche fadenscheinigen Studien von einer Hochschule für Management herausgegeben wurde, da gerade Manager einzig und allein im Zeichen der Interessen Ihrer Unternehmen agieren dürfen, welche bekanntlich nur aus Profitgier und Profitzwang, meist auf Kosten der eigenen Angestellten, beruhen.

Das Besiedeln günstigerer Wirtschaftsstandorte ist die logistische Konsequenz. Der Angestellte bekommt die „freie“ Wahl zwischen Arbeits- und Perspektivlosigkeit oder einem Leben als Wirtschaftssklave fern von allem, was ihn prägte, um weiter seine Familie ernähren zu können.

Solche pseudo-psychologischen Studien dienen höchstens einem Zweck: Die nächste Generation von machthungrigen Entscheidungsträgern soll vom Lehrstuhl an eine realistische Sicht auf die Gesetze der Natur genommen werden, um sie für ein perverses Spiel zwischen Kapital, Rendite und Rentabilität gefügig zu machen!

Wo bleiben eigentlich die Psychologen für die Psychologen?

28.04.09

Kommentare

willi
28.04.09 um 17:34
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Kommentar 1

Eure Schlussfolgerungen sind meiner Meinung nach nicht wirklich folgerichtig. Ihr vergleicht hier Äpfel mit Birnen. In der Studie geht es um Studenten, die sich für einen begrenzten Zeitraum in einem anderen Land aufgehalten haben, um dort zu studieren. Dabei muss man natürlich die Sprache lernen und sich den Gegebenheiten des Landes anpassen in dem man lebt. Da dies aber für einen begrenzten Zeitraum von einem halben bis maximal 2 Jahren geschieht, kann man dabei wohl kaum von einem Identitätsverlust sprechen. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde gerade der Jugendaustausch mit anderen Völkern stark gefördert, weil man dadurch die anderen Völker und ihre Mentalitäten besser verstehen sollte, dabei natürlich auch die Unterschiede kennengelernt und somit seine eigene Heimat umso mehr lieben gelernt hat.

"Man weiß nicht, was man an der Heimat hat, bis man in die Ferne kommt" Deutsches Sprichwort

"Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen"
Theodor Fontane

Im völligen Gegensatz dazu stehen natürlich Einwanderer, besonders hier in Deutschland, die aufgrund eines "günstigeren Wirtschaftsstandorts" ihre Heimat auf unabsehbare Zeit verlassen müssen und dann hier bei uns naturbedingt ihre eigene Identität und Kultur nicht wirklich ablegen können und dadurch dann Spannungen entstehen müssen. Um diese Gruppe geht es aber leider in der Studie nicht wirklich, sodass eure Darlegung des globalisierten Killerkapitalismus zwar völlig richtig ist, doch mit der Studie nicht viel am Hut hat.

Mir freundlichen Grüßen...



bimmi
29.04.09 um 13:19
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Kommentar 2

Aber gerade an Hochschulen wird den Studenten oft nix von einem "Kreativurlaub" im Außland erzählt, sondern stehts und ständig versucht, Ihnen einzureden, "Karriere" dort zu machen.

Unter dem Gesichtspunkt, solch einen Aufenthalt zu Nutzen um sich selbst sprachlich zu bilden oder andere Kulturen kennen zu lernen, ist willi`s Kommentar sicherlich richtig.

Doch denke ich, dass der Großteil der Hochschulabgänger, welche vorhaben nach dem Sudium ihre Heimat zu verlassen,es mit dem Ziel tun, dort einen lukrativen Job zu erhalten und somit über längere Zeit dort zu "leben". Auch wenn sich die Studie mit Personen befasst, welche sich lediglich kurzzeitig im Ausland befanden, so sollte man trotzdem nicht vergessen, dass es sicherlich viele von Ihnen auch in Erwägung ziehen würden, sich dort langfristig niederzulassen, gerade weil sie mit gut bezahlten Posten gelockt werden. Und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, muss den Menschen zu jeder Gelegenheit vor Augen gehalten werden.



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