Gas, Wasser, Strom – alles ist wieder teurer geworden. Warum aber sind wichtige staatliche Aufgaben, wie die Versorgung des deutschen Volkes, in die Kontrolle von Großkonzernen und Aktiengesellschaften gebracht worden? Denn so konnte es kommen, dass die Unternehmen höhnisch verkünden, die Versorgungsqualität sei keine Selbstverständlichkeit und nicht zum Nulltarif zu haben. Und so müssen die Preise weiter steigen – neue Kraftwerke müssen gebaut werden und auch die Aktionäre geben doch ihr Geld nicht umsonst – oder?
Aber natürlich haben die Deutschen schon immer für Gas, Wasser und Strom bezahlt und nie angenommen, alles zum „Nulltarif“ bekommen zu können. Die Energieversorgung muss eine staatliche Aufgabe sein – denn der Energiebedarf Kraft, Licht und Wärme gehört zur selbstverständlichen Grundversorgung eines Volkes und darf nicht zum Börsengeschäft gemacht werden.
Doch der demokratische Staat hat auch hier versagt, die Energieunternehmen mehr und mehr privatisiert und diese bezahlen natürlich nicht aus Nächstenliebe an die Bundesregierung, sondern um mit diesen Unternehmen Gewinne zu machen. Der Einzelne wird immer mehr dazu gedrängt, ständig die Energieanbieter und Telefongesellschaften zu wechseln, um möglichst wenig bezahlen zu müssen – und vergeudet damit entnervt wertvolle Zeit, die wesentlich sinnvoller eingesetzt werden könnte und stumpft letztendlich wie gewünscht ab.
Ähnlich verhält es sich mit dem gesamten Versicherungsgeschäft: Es muss Hunderte von Krankenkassen, Hunderte von Rentenversicherungskassen, Hunderte von Haftpflichtversicherungen geben, die im Grunde genau das gleiche zu verschiedenen und ständig wechselnden Preisen anbieten – um ein besseres Geschäft zu machen.
Wenn es aber in einem Staate zur Haupttriebfeder des Lebens wird, Gewinne zu machen, ohne einen echten Gegenwert zu schaffen, kann man sich über die zunehmende Seelenlosigkeit, Sinnentleerung, geistige Verflachung und zuletzt auch den Staatsbankrott nicht verwundert zeigen – denn das ist die logische Folge, die sich aus diesem System ergibt.
13.01.10
Blog
Werbung
meist kommentiert
Video

Artikel
Du suchst Kontakt zu aktiven Widerstandsgruppen in Südbrandenburg, hast Fragen oder Hinweise? Dann melde Dich über das Kontaktformular!
Nutze das Tor-Netzwerk, um dem Apparat die Verfolgung zu erschweren!
Lausitzer
13.01.10 um 15:12
antworten
Top Artikel, dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Konsumgegner
13.01.10 um 18:07
antworten
Genau so ist das und dabei fällt mir besonders das Beispiel Berlin ein:
So verkaufte die Stadt Berlin 49,9 Prozent ihrer Wasserversorgung im Jahr 1999 für stattliche 1,58 Milliarden Euro an den Essener Konzern „RWE“ und die französische Firma „Veolia“. Die Bedingungen des Verkaufs wurden in Geheimverträgen geregelt. Alles, was der Bürger weiß, ist, dass die Wasserpreise immens stiegen. Um genau zu sein, weist der Stadtstaat bis heute die höchsten Wasserpreise Deutschlands auf. [ http://www.das-gibts-doch-nicht.info/seite3759.php]
Der „Tagesspiegel“ berichtete im Mai letztes Jahr [http://www.tagesspiegel.de/berlin/Nebenkosten-Preise;art270,2806935 ] von einer Modellrechnung, in der die Wasserpreise der 19 größten deutschen Städte verglichen wurden. Es zeigte sich, dass ein Haushalt, der jährlich 100 Kubikmeter Wasser verbraucht, in Berlin je Kubikmeter 5,12 Euro, in Köln dagegen nur 3,26 Euro bezahlt. Noch höher liegen die Preise nur in Potsdam (5,82 Euro pro Kubikmeter), allerdings zählt die Stadt nicht zu den 19 größten Städten und fällt daher aus der Studie heraus. Potsdam ist außerdem eine jener Städte, die innerhalb kürzester Zeit ihre Wasserversorgung von dem Konzern „Eurawasser“ zurück kauften [http://www.pnn.de/potsdam/166457/ ], nachdem dieser, entgegen vorheriger Zusagen, die Wasserpreise innerhalb von zwei Jahren verdoppelt hatte.
Leider muss der Bürger nun trotzdem draufzahlen, denn die 167 Millionen Euro, die die Stadt damals für den Verkauf erhielt, berappt nicht der Konzern, sondern die Allgemeinheit. Mindestens ein Drittel des Wasserpreises besteht aus der Refinanzierung, und bis 2017 wird der Kredit bei der Commerzbank auch nicht abgetragen sein.
Heiko
13.01.10 um 18:29
antworten
Ich bin ja mal gespannt, wann die die Berliner S-Bahn wieder zurückkaufen ;)
---
14.01.10 um 15:17
antworten
Durch die Preisdifferenz unterscheiden sich auch die Leistungen und Konditionen der Krankenkassen, jenes wurde noch vergessen. Infolge dieses Wettbewerbs entsteht Konkurrenz zu der sich jede Gesellschaft anpassen muss/sollte, um wettbewerbsfähig und wiederum leistungsfähig zu sein. Vom modernen Deutschen sollte aber auch Flexibilität erwartet werden können ohne ihm immer alles "sozial" nachzuschmeißen.
Würde man jedoch eine Preisnivellierung einführen könnte man kaum eine gerechte Entlohnung für die Leistung von Ärzten oder dergleichen praktizieren. Schlechte Ärzte würden dann genauso viel verdienen wie ihr fleißiges Pendant.
Gezielt gelenkte Preissteigerungen und Verkäufe deutschen Volksvermögens sind natürlich eine Sache der Unmöglichkeit.