Dokumentation: Auferstanden aus Ruinen - Von der SED zur Linkspartei

Dass die SED nicht aufgelöst und verboten wurde, gehört zu den folgenreichsten Fehlentscheidungen während der Revolution von 1989. Die roten Funktionäre nutzen die Toleranz der Bürgerrechtler und die Gleichgültigkeit der Demokraten, um ungeniert das Überleben der SED zu sichern.

Dokumentation: Auferstanden aus Ruinen - Von der SED zur Linkspartei
Dokumentation: Auferstanden aus Ruinen - Von der SED zur Linkspartei (ca. 45 Minuten).

Allen voran genossen der letzte DDR Ministerpräsident Modrow, Ex-Spionagechef Wolf, wie auch Gysi das Vertrauen der Moskauer Führung und nahmen das Ruder in die Hand, um die SED vor dem Untergang zu retten.

Anfang Februar 1990 wurde das Kürzel "SED" aus dem Parteinamen gestrichen und das Symbol des brüderlichen Handschlags angeschafft. Die Mitglieder der bisherigen Grundorganisationen in den Betrieben wurden in Territorialorganisationen neu erfasst. Sogenannte Initiativgruppen versuchten Auflösungsbeschlüsse an der Basis zu verhindern und bereits aufgelöste Parteiorganisationen wieder aufzubauen.

Das Motiv der roten Genossen war nicht nur die Angst vor dem totalen Machtverlust. Sie fürchteten auch, im Falle einer Selbstauflösung das gigantische Vermögen der SED zu verlieren. Unter dem Vorsitz von Gysi tat die Partei alles dafür, das angehäufte Vermögen zu retten.

Nach und nach gelang es ihnen die abgewirtschaftete Diktaturpartei an die neuen Bedingungen anzupassen und politisch handlungsfähig zu machen. Trotz aller innerparteilichen Differenzen ist sie das organisatorische Zentrum all jener Kräfte, welche die DDR als "Versuch einer gerechteren Gesellschaft" verklären.

Die Frontal-21-Dokumentation schildert die Geschichte der SED in den vergangenen zwanzig Jahren seit dem Fall der Mauer, geht dabei unter anderem den Spuren der verschwundenen SED-Millionen nach und beschreibt wie ausgerechnet jene Partei, die für den wirtschaftlichen Ruin in unserer Heimat verantwortlich war, heute mit sozialpopulistischen Parolen erneut zur Macht drängt.

01.09.09

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