Der Betrug mit der gefälschten Statistik

Der Betrug mit der gefälschten Statistik

Die bundesdeutsche Demokratie ist nur erfolgreich, wenn es um das Schönreden geht. Doch gerade diejenigen, die immer so schön laut vom „anständigen Menschen“ sprechen, besitzen nicht einmal den Anstand, endlich zuzugeben, dass sie dem selbst herbeigeführten Chaos in Deutschland völlig rat- und hilflos gegenüberstehen.

Durch eine endlose Aneinanderreihung immer neuer „Reformen“ werden immer mehr Menschen finanziell ausgepresst, während man kräftig weiter daran arbeitet, noch mehr „Zuwanderer“ nach Deutschland zu holen. In der selben Art bekämpfen sie auch nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Arbeitslosen. Denn diese „Reformen“ sind alle allein dazu geeignet, den Arbeitslosen mit immer neuen Methoden die Unterstützung zu kürzen und die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen zu verschleiern – die soziale Not aber wird immer größer.

So flogen im Jahre 1986 58-jährige und ältere Arbeitslose „wegen fehlender Verfügbarkeit“ aus der Statistik, nachdem diese durch eine Gesetzesänderung nicht mehr jede zumutbare Beschäftigung annehmen mussten. Ebenfalls wurden diejenigen gestrichen, die wegen der Erziehung eines Kindes „dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung standen“.

Seit 1989 wurden dann Arbeitslose, die für drei Monate gesperrt wurden und damit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten, nicht mehr gezählt. Ab 1990 verschwanden die Bezieher von Arbeitsübergangsgeld und ab 1992 Asylbewerber aus der Statistik. Ab dem Jahre 1994 wurden die Empfänger von Arbeitslosenhilfe nicht mehr als Arbeitslose gezählt, wenn diese eine gemeinnützige Arbeit ausführten. Und ab 2004 galten Teilnehmer von Trainings- und Eingliederungsmaßnahmen nicht mehr als arbeitslos.

Im Januar 2005 trat mit der Agenda 2010 das Hartz IV Gesetz in Kraft, wodurch Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger zusammengefasst wurden. Dadurch hatten sich die statistischen Angaben dramatisch verändert und sind seit dem nicht mehr mit den Zahlen von 2005 vergleichbar.

Doch wie viele Arbeitslose durch die immer neuen „Reformen“ aus den amtlichen Statistiken verschwinden, geht aus einer kleinen Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion im vergangenen Jahr hervor. Danach fielen 2007 rund 3,2 Millionen Menschen die Arbeitslosengeld bezogen aus der Statistik. Zu diesen kommt noch die sogenannte „stille Reserve“: Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht arbeitslos melden, obwohl sie arbeitslos sind und die durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung auf 1,5 Millionen geschätzt werden. Und Ihr erinnert Euch, seit dem 1. Januar 2009 fallen mit dem „Gesetz zur Neuausrichtung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente“ auch diejenigen aus der Statistik, die durch einen privaten „Arbeitsvermittler“ betreut werden.

Dabei kommt der Gedanke, auf der ganzen Linie versagt zu haben, natürlich nirgendwo auf. Aus Trotz werden die Zahlen weiter zusammengestrichen um Erfolge herbeizureden, die keine sind. Längst treten die Demokraten wie Heiratsschwindler auf, die diese Rolle so oft gespielt haben, dass sie am Ende ihre eigenen Hochstapeleien für echt halten. Doch der Übergang zum Wahn ist fließend – und das politische Unvermögen längst von einer einzelnen Erscheinung zum Symptom geworden.

10.06.09

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Kommentare

Torben
10.06.09 um 16:15
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Kommentar 1

Bei dieser Manipulation bewahrheitet sich mal wieder das Sprichwort " Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast ". Da sind wir also schon bei fast 8 Mio. tatsächlichen Arbeitslosen, was sich bei den monatlichen Arbeitslosenzahlenmeldungen natürlich nicht so "schön" anhören würde. Also immer schön die Zahlen nach unten drücken und dem Fernsehvolk das greifen der angeblichen Maßnahmen zu verklickern.



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