
Wer von Euch Orwells Roman "1984" gelesen hat, der kennt den Begriff "Doppeldenk", der die Fähigkeit beschreibt, an zwei sich gegenseitig widersprechende Ansichten zu glauben. Wenn das "Ministerium für Wahrheit" also verkündet, dass die neue Schokoladenration 25 Gramm beträgt, sie vorher jedoch 30 Gramm betragen hat, dann verlangt "Doppeldenk", davon überzeugt zu sein, dass die Ration herauf- und nicht heruntergesetzt wurde. Darauf begründet sich die gesamte Propagandamaschine der im Roman beschriebenen inneren Partei.
In der bundesdeutschen Demokratie funktioniert das offenbar auch so, obwohl jeder weiß, dass die Demokraten nur dann erfolgreich sind, wenn es um das Schönreden geht. Da verkündet die "Bild" das "neue deutsche Wirtschaftswunder". Unsere Wirtschaft strotze vor Kraft und bald hätten wir wieder so viele Arbeitsplätze wie vor "der Wende". Die US-Medien würden uns gar schon als "Germany Superstars" und "Deutsches Powerhouse" feiern.
Die Zersetzung soll als "Erneuerungspolitik" verkauft und erneut das Lied vom "Aufschwung" angestimmt werden. Dazu führt die "Bild" acht "Fakten" an, die den "deutschen Wirtschaftsboom" begründen sollen:
"Von April bis Juni wuchs die Wirtschaft um stolze 2,2 %. Das ist das größte Plus seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren. Zum Vergleich: Die US-Wirtschaft legte nur um 1,6 % zu."
Tatsächlich wäre der Einzelhandel schon zufrieden, wenn die Umsatzzahlen stabil blieben. Stattdessen geht aus den veröffentlichten Zahlen hervor, dass die Umsätze gegenüber den Vorjahresmonaten 2009 um 3,4 Prozent zurückgegangen sind.
"Die Arbeitslosigkeit sinkt rasant. Im Oktober könnte die Zahl der Erwerbslosen unter die 3-Millionen-Marke fallen. Für das nächste Jahr erwartet das Institut IAB (Nürnberg) sogar dauerhaft weniger als 3 Millionen Arbeitslose, so wenig wie 1992!"
Wie die Arbeitslosenzahlen mit künstlichen, aber ebenso nutzlosen Beschäftigungsprogrammen heruntergerechnet werden, machten erst vor wenigen Tagen die Gruppen aus Magdeburg deutlich, wonach die Zahl derer, die staatliche Unterstützung beziehen, bei rund 7,7 Millionen liegt.
"Laut Studie haben in Deutschland im nächsten Jahr 40,63 Mio Menschen einen Job, höchster Stand seit der Wiedervereinigung!"
Laut Studien hätte es auch nie zu einer Krise kommen können.
"Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) spricht schon von 'quasi Vollbeschäftigung'. In einzelnen Ländern wie Bayern, Baden-Württemberg sei der Arbeitsmarkt leergefegt."
Wovon Brüderle sonst noch spricht, könnt Ihr hier hören.
"Die Auftragsbücher vieler Firmen sind wieder rappelvoll. Vor allem das Ausland (China, Indien etc.) will unsere Maschinen, Autos etc."
Ja - nachdem wir als "Niedriglohnsektor" schon mit China konkurrieren können, weil die Demokraten aus der Privatwirtschaft eine staatlich subventionierte "Gemeinnützige Arbeit" gemacht haben.
"Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich während der Krise auf moderate Lohnabschlüsse geeinigt. In einzelnen Branchen wurde zugunsten von Joberhalt sogar auf ein Lohnplus verzichtet (z. B. Metall). Das zahlt sich jetzt aus, weil die Firmen ihre Kosten im Griff haben."
Womit die tatsächlichen Einkommen durch die Jahresinflation weiter gesunken sind.
"Durch Kurzarbeit konnte in der Krise rund eine Millionen Jobs gerettet werden. Viele Länder beneiden uns darum. In den USA ist das Wort 'Kurzarbeit' schon unübersetzt übernommen worden (wie 'kindergarden')."
Vor allem beneiden die USA uns wohl um die Steuerrückzahlungen der Kurzarbeiter, was zusätzliche Lohneinbußen einbringt.
"Viele Firmen haben sich auf Hightech-Waren spezialisiert, die sonst keiner herstellt. Es gibt 1.300 deutsche Weltmarktführer, z. B. Carl Zeiss (Mikroelektronik), Leica (Fototechnik) usw."
Tatsächlich gibt es das weltweit bekannte Unternehmen Carl Zeiss schon seit 1846. Auch produzierte es schon in der DDR Mikroelektronik.
Gerade die Demokraten, die immer so schön laut vom "anständigen Menschen" schwadronieren, besitzen nicht einmal den Anstand, endlich zuzugeben, dass sie dem selbst herbeigeführten Chaos in Deutschland völlig rat- und hilflos gegenüberstehen. Durch die endlose Aneinanderreihung immer neuer "Reformen" aber werden gerade die sozialschwachen Menschen finanziell immer weiter ausgepresst, während man gleichzeitig kräftig daran arbeitet, noch mehr "Zuwanderer" nach Deutschland zu holen.
"CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs: Wir müssen klären, wie wir die Abwanderung von jährlich 150.000 Fachkräften aus Deutschland stoppen können. Und wie wir mehr ausländische Fachkräfte zu uns ins Land holen können."
Im selben Stil wird auch nicht die Arbeitslosigkeit bekämpft, sondern die Arbeitslosen. All die "Maßnahmen" sind allein nur dazu geeignet, den Arbeitslosen mit neuen Methoden die Arbeitslosenunterstützung zu kürzen und die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen zu verschleiern - die soziale Not aber wird immer größer.
Trotz aller Möglichkeiten haben es die Demokraten nie vermocht, ein gerechtes System nach ihren eigenen versprochenen Maßstäben zu errichten, stets wurde als Folge der gebetsmühlenartig propagierten "Gleichheit" die Ungerechtigkeit nur größer; und so driften auch heute "arm" und "reich" immer weiter auseinander.
Noch sehen sie ihr System als unerschütterlich, aber schon heute schwankt es wegen der ungelösten sozialen Frage bedenklich. Seit Jahrzehnten drehen sie ahnungslos an zahlreichen Rädchen und Schräubchen des Systems, einen kurzen Moment hoffnungsvoll abwartend, in dem alles besser werde, um dann unmittelbar vor dem Abgrund immer schneller und hastiger zu agieren, ohne natürlich einen entscheidenden Erfolg erzielen zu können.
Denn sie haben nicht erkannt, dass an ihrem morschen System nicht nur ein paar Einstellungen falsch sind, sondern, dass es überhaupt nicht mehr dazu taugt, die heute gestellten Fragen richtig zu beantworten. Da hilft auch kein "Doppeldenk" mehr.
17.09.10

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