
Am 2. und 3. Dezember des Jahres sollte im Berliner Bundestag die Veranstaltung "Menschen mit Behinderung im Deutschen Bundestag" stattfinden, zu der bereits im Mai insgesamt 300 Personen mit Behinderungen eingeladen wurden und zu deren zentralem Anliegen man den Dialog mit Politikern zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erklärte.
Ziel der Veranstaltung sollte es offiziell sein, "ein gemeinsames Signal für die Bereitschaft zur Inklusion und zur Überwindung von Barrieren in allen Lebensbereichen auszusenden."
Was natürlich keiner kommen sehen konnte, war, dass - wenn man zu einer Veranstaltung einlädt, welche das Thema "Teilhabe von Menschen mit Behinderungen" beinhaltet - die, die teilhaben sollen, auch tatsächlich kommen. Und so stellte man mit Entsetzen fest, dass sich unter den eingegangenen Anmeldungen mehr als 100 Personen befinden, welche zur Fortbewegung an den Rollstuhl gebunden sind, was aufgrund von "Sicherheits- und Brandschutzgründen" nun zur Ausladung aller geladenen Gäste und der Absage der gesamten Veranstaltung führte. Ob auch Finanzminister Schäuble am 2. und 3. Dezember die Zufahrt zum Bundestag verwehrt bleibt, ist uns allerdings nicht bekannt.
Damit aber nicht genug: So plant man die Veranstaltung nun im Oktober des kommenden Jahres durchführen, jedoch nicht, um bis dahin das vorhandene Sicherheitskonzept anzupassen, sondern um dafür zu sorgen, dass die Zusammensetzung der Gäste den Gegebenheiten des Hauses entspricht. Warum im vorliegenden Fall die Beherbergung von 100 Rollstuhlfahrern als sicherheitstechnisch nicht möglich erachtet wird, während sich an anderen Tagen bis zu 620 ganz offensichtlich auf eine andere Art beeinträchtigte Gestalten frei und ohne Bedenken vor eventuellen Gefahren in den Räumlichkeiten des Bundestages tummeln können, erschließt sich indes nicht.
Dennoch erachten wir das Konzept, Veranstaltungen aufgrund der zu hohen Teilnahme der thematisch Betroffenen - insbesondere mit Hinblick auf den jährlich stattfindenden "Karneval der Kulturen" oder den "Christopher Street Day" - als durchaus ausbaufähig.
13.10.11

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Nada
13.10.11 um 20:12
antworten
Irre! Und den Typen traut tatsächlich noch jemand eine Rentenreform etc. zu?
Wut
14.10.11 um 18:18
antworten
An Nada, wer genau traut denen irgend etwas zu? Ich persönlich kenne da in meinem privaten wie beruflichen Umfeld keinen! Die Ausbaufähigkeit hinsichtlich der thematisch Betroffenen einfach nur genial, lach! So machen wir`s!