
Bewusst stolz können wir sein auf eigene Leistungen. Wenn wir eine schwierige Frage gelöst haben, ein schwer zu verfertigendes Werk vollendet haben, eine Arbeit gut abgeschlossen haben, dann ist unser Stolz gerechtfertigt. Wenn Stolz nicht zu Überheblichkeit werden soll, muss die Leistung natürlich überdurchschnittlich sein. "Große Menschen sind stolz, kleine eitel." (Lord Byron)
Der Stolz wird auch nicht gemindert, wenn wir um die Voraussetzungen der Leistung wissen. Die Menschen sind ungleich geboren, haben mithin auch ungleiche Begabungen und Fähigkeiten. Hinzu kommt vielleicht eine besonders gute Ausbildung, bessere Vorbilder als andere, eine Erziehung, die zum Leistungswillen beigetragen hat. Das haben andere nicht. Und andere haben vielleicht auch in ihren Genen nicht diese Willenskraft, wie man selbst.
Aber das macht uns nicht "demütig". Denn unser Erbgut haben wir von unseren Vorfahren, und auf das, was sie geleistet haben, was sie verkörpert und dargestellt haben, können wir genauso stolz sein wie auf das, was wir selbst vollbracht haben. Wir sind Blut von ihrem Blut, und die Anlagen, die sie zu überdurchschnittlichen Leistungen auf welchem Gebiet auch immer befähigten, haben wir zumindest zum Teil geerbt.
Johann Wolfgang Goethe bestätigt:
"Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,
der froh von ihren Taten, ihrer Größe
den Hörer unterhält und still sich freuend
ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht!"
Wenn wir auf unsere Ahnen stolz sind, gibt dies keine Veranlassung zu Dünkel; wir sind natürlich verpflichtet, in ihrem Sinne zu handeln, sich ihrer also würdig zu erweisen. "Der Mann allein ist würdig großer Ahnen, der wagt, auf die Schultern sich zu heben, kühn auszuschreiten kühn gebrochene Bahnen." (Franz von Dingelstedt)
Dieser Vorstellung gibt Ernst Moritz Arndt sogar höchste religiöse Bedeutung: "Das ist die höchste Religion, seinen Enkeln einen ehrlichen Namen, ein freies Land, einen stolzen Sinn zu hinterlassen."
Nun kennen wir nur einen Teil unserer Ahnen; im Übrigen aber sind wir mit unserem Volk, mit unserer Menschenart durch ein unauflösbares Geflecht von Blutströmen verbunden. Das rechtfertigt dann natürlich ebenso, wenn wir zumindest einen Teil desselben Erbgutes tragen, auf Leistungen des Volkes oder bedeutender Menschen unseres Volkes und unserer Rasse stolz zu sein. Dazu muss man zunächst einmal die Geschichte kennen, und gerade um einen Stolz gar nicht erst aufkommen zu lassen, werden viele Großtaten unserer Geschichte in der Schule gar nicht mehr gelehrt.
17.06.11

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Volk empor!
18.06.11 um 00:38
antworten
Ich bin in erster Linie nicht einfach nur stolz auf meine Vorfahren, ich bin dankbar für das, was sie mir über mein Erbgut gegeben haben. Daraus spricht es zu mir, es lässt mich nicht ruhen. Dagegen kann ich mich nicht wehren. Ich muss, weil ich bin, was ich bin. Freiheit!
Parzival
20.06.11 um 07:59
antworten
Also ich finde in der Schule wurde uns sehr wohl von Heldentaten unseres Volkes berichtet aber alles dann nur auf die negativen Aspekte hin beleuchtet. Beispiel: Preußische Reformen. Nach den Reformen war alles top und der gute Herr von und zum Stein und seine Mitstreiter haben alles gut hingekriegt. Jedoch wurde dann nur auf die ach so schrecklichen Zustände eingegangen wie es vorher war. Allgemein aber wurden große Leistungen unseres Volkes nur gewürdigt wenn sie künstlerischer Natur waren (ohne das in irgendeiner Weise abwerten zu wollen). Dass deutsche Ingenieure mit Adelstiteln und Ländereien in alle Winkel der Erde gelockt wurden, die Opferbereitschaft während vieler Kriege, Heldenmut, Innovationen und so weiter und so fort wurde aber alles heruntergeschwiegen und schlecht gemacht mit der Begründung: "Das hätte auch jedes andere Volk vollbringen können". Haben eben jene Völker aber nicht...