
Im Herbst vor 20 Jahren wurde das Ende der SED-Diktatur durch die friedliche Revolution herbeigeführt. Seit dem reorganisieren sich die Träger des gestürzten Staatsapparates neu und drängen wieder zur Macht. Allein in Brandenburg kandidieren auf den Listen der "Linkspartei" acht Zuträger des DDR-Sicherheitsdienstes für die Bundes- und Landtagswahlen am kommenden Sonntag. Vor diesem Hintergrund sprach Hubertus Knabe, Direktor der Gedenkstätte Hohenschönhausen, auf einer Veranstaltung der FDP-Osnabrück über das Schönreden der SED-Diktatur und dessen Folgen.
In seinem 50-minütigen Vortrag berichtet Knabe u. a. vom Stasi-Knast in Hohenschönhausen, den Verfolgten in der DDR und der offensiven Verklärung der Diktatur. Zur Sprache kommt auch die unzureichende Bestrafung der Täter, die mangelhafte Entschädigung und Würdigung der Opfer und dem ausgebliebenen Elitenaustausch nach dem Sturz des DDR-Regimes. Außerdem zeigt er auf, wie die zur "Linken" umbenannten SED mit Namenswechsel ihr Image der Stasi-Kaderpartei abschütteln will und trotzdem das Vermögen der ehemaligen DDR-Bürger behalten möchte.
Hubertus Knabe ist Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des DDR-Staatssicherheitsdienstes. Seine Eltern waren 1959 aus der DDR geflohen. In Bremen gründete er 1978 ein Komitee für die Freilassung des DDR-Dissidenten Rudolf Bahro. Während einer seiner Besuchsreisen in die DDR lernte er dort 1979 seine spätere Frau kennen. Wegen seines politischen Engagements wurde ihm von 1980 bis 1987 die Einreise in die DDR verboten. Von 1992 bis 2000 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen. Knabe sieht seine Aufgabe darin, die Geschichte der DDR aufzuarbeiten, und einer kritischen Sicht auf dieselbe mehr Geltung im öffentlichen Bewusstsein zu verschaffen. Er ist Autor mehrerer Veröffentlichungen. So unter anderem der Bücher "17. Juni 1953", "Tag der Befreiung?", "Die Täter sind unter uns", "Honeckers Erben" und Weiterer mehr.
25.09.09
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