Abwanderung statt Arbeit - Jobinitiative fällt nun wohl doch ins Wasser

Abwanderung statt Arbeit - Jobinitiative fällt nun wohl doch ins Wasser

Es gibt Geschichten, die kann man sich gar nicht ausdenken. Der eine oder andere von Euch wird sich sicher an die in der vergangenen Woche angekündigte "neue Jobinitiative" der Senftenberger "Arbeitsagentur" erinnern, die darin bestehen sollte, Arbeitgeber der Region in einem E-Mail Rundbrief über arbeitssuchende Fach- und Führungskräfte zu informieren.

Auslöser dieser "innovativen Idee" war die Parole "Arbeit statt Abwanderung", die "anonyme Nacht- und Nebel-Anstreicher" auf den Parkplatz der Arbeitsagentur gepinselt hatten. Dazu die "Lausitzer Rundschau" am 15.4.:

Offensichtlich in der Annahme, dass dafür frustrierte Bürger infrage kommen könnten, die seit langem vergeblich Arbeit suchen, sollte der Spieß umgedreht werden. Aus der Aufforderung, mehr freie Stellen anzubieten, entstand in Abstimmung mit der Agenturzentrale in Cottbus eine Job-Initiative.

Wer nun glaubt, dies allein wäre schon eine Lachnummer, der unterschätzt die Verantwortlichen der "Agentur für Arbeit" gewaltig, denn es kommt noch besser: Um der neuen "Initiative" auch den richtigen Ausdruck zu verleihen, lies die Agentur ihr Logo neben die Parole malen, um sich anschließend mit einer Handvoll Mitarbeitern davor fotografieren zu lassen.

Nun aber muss zurückgerudert werden. Ihr müsst nämlich wissen, dass es nicht darauf ankommt, was mit der Parole ausgesagt wurde, sondern nur darauf, wer dies ausgesagt haben könnte:

Mit dem Motto der Neonazis will die Agentur nichts mehr zu tun haben. "Wir haben nicht gewusst, dass diese Schmiererei von den Rechten stammt", sagt Reinhard Kröning, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Cottbus, auf RUNDSCHAU-Nachfrage. "Wir distanzieren uns von solchen rechten Parolen." Der Spruch auf dem Pflaster werde umgehend entfernt, spätestens am heutigen Donnerstag.

Nun also doch Abwanderung statt Abreit - es bleibt alles wie gehabt.

Vielleicht sollte einer der "anonymen Nacht- und Nebel-Anstreicher" einmal die Parole "Die Erde ist rund!" auf den Parkplatz pinseln – nur, damit sich die "Agentur" dann davon distanzieren kann und damit jedem eine Ahnung davon vermittelt, welch mittelalterlichem Weltbild man dort verhaftet zu sein scheint.

Und die sollen Leute in Arbeit bringen...

20.04.10

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Kommentare

Lachnummer
20.04.10 um 13:15
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Kommentar 1

So sind sie, unsere Demokraten. Sie können sich mit einer Aussage identifizieren, solange sie aus der richtigen Richtung kommt. Aber wehe sie weicht nur um ein Grad aus ihrem Toleranzspektrum ab. Fähnchen im Wind...



Karsten
20.04.10 um 13:22
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Kommentar 2

Es kommt halt nicht darauf an wie man etwas sagt, sondern wer etwas sagt. Müßt ihr doch wissen, dass das schon immer eine der wichtigsten Leitlinien war und noch immer ist.

Es kann ja alles nur viel, viel, besser werden.



nanu
21.04.10 um 12:33
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Kommentar 3

So schnell kann man einen bedeutsammen Forderung von sich abwänden, solange es der "Falsche" in ihren Augen erwähnt. Es ist nichts weiter als, sich aus Unfähigkeit zu irgent etwas Stellung oder gar einen Funken Verantwortung zu übernehmen, für die jahrelange Fehlpolitik die sie betreiben. Es ist eine klare Aussage die faktisch nicht weg zudenken ist, bei schliesssenden Kindergärten, wohlstandssuchenden im "gelobten" Westen, einer immer älter werdendem Bevölkerung und fehlendem Nachwuchs. Bei diesem ganzen Unrat bleibt nur eines zu sagen,: "Sie werden schon wissen was sie tun".



Marc
22.04.10 um 09:14
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Kommentar 4

Das Bild ist ja wohl mal der Lacher schlechthin! ;o)



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