Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg

Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg

Plötzlich ging alles unglaublich schnell. Nur ein Gesicht, ein Blitz, ein stechender Schmerz - dann spüre ich den Aufprall. Der Klang des Tumultes schwindet, ist nur noch gedämpft wahrnehmbar. Leer blicken die leblosen Wände dieser Stadt auf mich herab.

Oft hatte ich mich gefragt, wie es wohl ist, die Grenzen ihrer Ideologie zu durchbrechen, außerhalb der hier vorgeschriebenen Ordnung nach einer Zukunft zu suchen. Einfach alles stehen und liegen zu lassen, einfach nicht mehr still zu sein, dem Wort endlich auch eine Stimme zu geben.

Es war schwer den Weg zu erkennen, Hass und Heuchelei trübten meinen Blick. Doch jetzt habe ich ihn gefunden, und obwohl ich nun ganz ihrer Gewalt ausgesetzt bin, spüre, wie sich das Blut in meinen Handgelenken staucht, fühle ich mich freier als jemals zuvor. Dann steht mir das Ende des Weges für einen Moment klar vor Augen - es ist ihr Ende.

Als wir uns in den Straßen dieser Stadt formierten, da hatten sie die Demonstration in Hannover bereits verboten. Dabei ist es unser Recht, uns am Tag der nationalen Arbeit in den Straßen unserer Heimat zu versammeln. Nicht das Recht ihres Gesetzes, sondern das unseres Daseins - als Volk. Ihr Gesetz ist nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt steht, weil sie es sind, die es ständig missachten und mit Füßen treten.

Jahrzehnte lang haben sie es abgeändert und reformiert, um den Widerstand zu unterdrücken. Um die Stimmen nicht lauter werden zu lassen, die schon vor langer Zeit begannen, sich zu erheben, die warnten, dass es so nicht weiter gehen kann.

Aber ihre Parolen von "blühenden Landschaften" und Wohlstand mussten lauter sein, sich eingraben in das Bewusstsein der Menschen, sie versteinern und zu einer tödlichen Schale werden, die jeden Ausbruch verhindert - wie Barrikaden, die unsere Zukunft verstellen.

Ihre Parolen mussten darüber hinwegtäuschen, dass sie keinen Wert mehr in den Menschen unseres Volkes sehen und außer Zahlen nichts in der Seele haben. Sie mussten die Menschen blenden, sodass kaum einer sehen konnte, wie sie ihre selbst verursachten Probleme mit immer neuen Krediten auf Kosten der kommenden Generationen verschieben.

Darum waren wir heute zusammengekommen, als Angehörige einer betrogenen Generation, die nun vor dem Scheiterhaufen jahrzehntelanger demokratischer Unfähigkeit steht. Um unserer Wut Ausdruck zu verleihen, um den Menschen zu zeigen, dass sie uns ihre Reformen zwar beständig als zukunftssichere Notwendigkeit verkaufen, sich eine Wende zum besseren jedoch niemals einstellen kann. Dass die Frage nach einem alternativen System nicht länger tabuisiert werden darf - und dass die Barrikaden durchbrochen und ihre Parolen übertönt werden können, wenn wir nur zusammenstehen.

Ein Lächeln überfährt mein Gesicht, als sie mich abführen. Ich sehe noch die anderen, die sich auf die Straße gesetzt haben und nicht weiter gehen wollen, wenn man mich nicht frei lässt. Dann schließt sich die Tür des Polizeitransporters.

Ich bin festgenommen, aber das ist jetzt egal. Denn der Moment war wichtig, in dem ich das Ende des Weges sah - ihr Ende.

Audiomitschnitt einer der gehaltenen Reden bei der Demonstration:


Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg
Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg
Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg
Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg
Weil der Moment es ist - Zur 1. Mai-Demonstration in Freiberg

11.05.09

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Kommentare

Manfred
12.05.09 um 12:07
antworten

Kommentar 1

Völlig genialer Schreibstil. Top Text. Klasse Bilder. So wirds Gemacht!



MACHT_MUT
12.05.09 um 15:15
antworten

Kommentar 2

Einfach nur Gänsehaut....
Echt verdammt GUT....
Weiter so!!!!



willi
12.05.09 um 16:51
antworten

Kommentar 3

Und mit Abstand die beste und sinnvollste der 3 an dem Tag gehaltenen Reden, Glückwunsch, echt gelungen!



Mike
12.05.09 um 19:52
antworten

Kommentar 4

Unser Land muß Leben und unser Land wird Leben!
Wir waren kraftvoll, wir waren stark und wir waren voll Enthuisasmus! Mit Männer wie dir schaffen wir es. Ich hatte fast Tränen in den Augen! Wir machen weiter - Seite an Seite!



*
12.05.09 um 20:18
antworten

Kommentar 5

Richtig gut geschrieben! Das müsste mehr Menschen erreichen!



Martin
12.05.09 um 21:17
antworten

Kommentar 6

@*
Na dann los. Mache Mundpropaganda für diese Seite oder verbreite das Infoblatt.



Meinhardt
13.05.09 um 11:45
antworten

Kommentar 7

Wirklich klasse, wie immer!



B
13.05.09 um 17:06
antworten

Kommentar 8

Traurig aber Wahr...
Sehr schöne Rede und gut geschriebener Text.
Weiter so!



Hannes
13.05.09 um 22:49
antworten

Kommentar 9

Klasse Rede, und ich hab in Berlin rumgehangen und die NPD-Helden beim Saufen angucken müssen! War fürchterlich! Aber es scheint ja noch gute Leute bei uns zu geben. Weiter so!



Meinhardt
14.05.09 um 17:57
antworten

Kommentar 10

@Hannes

Dann beim nächsten Mal gleich mit uns mitkommen, dann kannst du dir das andere Leid ersparen.

Gruß



Enno
15.05.09 um 09:49
antworten

Kommentar 11

Sehr gut geschrieben!
@Hannes ich bin auch so ein NPD-Held habe aber nicht gesoffen!



Dave
15.05.09 um 14:03
antworten

Kommentar 12

Ich find den Text auch echt gut. Leider war ich in Maiz und dort war es echt nicht soo, wie ich es mir erhoft habe. Aber eure Aktionen find ich echt super.



...hotte...
22.05.09 um 18:37
antworten

Kommentar 13

...der redebeitrag ist mit abstand das beste was ich je gehört hab auf demos!
güsse aus nordwest brandenburg!!!



Leni
23.05.09 um 17:22
antworten

Kommentar 14

Ich schließe mich dem Lob der vorherigen Beiträge voll inhaltlich an.

Hier ist alles stimmig, weil authentisch und emotional, ohne jedoch die Vernunft zu vernachlässigen.

Text, Bilder, Rede 1A

Ihr seid ein Licht in dunkler Nacht!



Njörd
26.05.09 um 14:05
antworten

Kommentar 15

...mußte beim lesen an Ernst von Salomon denken... Gänsehaut und blanker Kampfeswille! Es ist Ihr Ende...



Dirk
29.05.09 um 04:52
antworten

Kommentar 16

Ist nen guter Bericht. Konnte wegen Arbeit leider nicht dabei sein. Schade. Ich hoffe man sieht und hört sich. In nem halben Jahr bin ich wahrscheinlich arbeitssuchend. Da geht dann wieder mehr.



Freiheit
01.06.09 um 02:18
antworten

Kommentar 17

...die Revolution wird verschoben weil alle arbeiten sind :(



Marcus
01.06.09 um 23:59
antworten

Kommentar 18

Text ist sehr gut metaphorisch geschrieben.
Bilder sind schlicht in schwarz weiß gehalten - gute Motive.
Gute Rede und auch gute Nachbearbeitung.

Ich freue mich wirklich, dass die Subkultur der rechten Skinheads aufgebrochen ist. Die Nationalen Sozialisten, als freier deutscher Widerstand, sind wahrlich die schönsten Früchte, welche auf unserem Grund und Boden herangedeiht sind. Für mich werden sie süss schmecken, für viele andere eher bitter.

Weiterhin viel Erfolg
Grüße aus Thüringen



Püppy
22.06.09 um 20:05
antworten

Kommentar 19

Echt geil gemacht.



hexe
26.09.09 um 18:08
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Kommentar 20

Super Rede, klare Aussagen und Fakten, sehr schön gemachte Fotos, endlich jemand der die richtigen Worte findet.



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