
8. Mail 1945 - Der große Krieg ist zu Ende. Draußen an der Front legen sie die Karabiner weg und kommen hervor aus den Erdlöchern und Gräben. Verdreckt sind die Uniformen, die Gesichter bleich wie die Erde, der sie entstiegen. Mit müden Händen nehmen sie den Stahlhelm vom Kopf.
In der Heimat kriechen die Menschen zwischen geborstenen Mauern und eingestürzten Wänden ans Licht. Ihre Füße treten auf Schutt und Asche. Das Haus, in dem sie wohnten, liegt in Trümmern.
So stehen sie, die Männer draußen an der Front, die Frauen und Kinder in der Heimat. Ihre ersten Blicke gehen hinauf zum Himmel. Mancher faltet vielleicht die Hände. Aber der Himmel ist düster und grau, verhangen mit drohenden Wolken. Der nächste Blick geht zur Erde. Aber die Erde ist zerwühlt von den Hufen des Krieges, ihr wunder Leib gequält und zerrissen. Schwarz gebrannte Ruinen trägt sie, rostiges Eisen und blutige Pferdekadaver.
Irgendwo steht ein Holzkreuz, roh zusammengenagelt, darauf ein Stahlhelm. Ein Name war wohl auch einmal darauf, aber der ist schon lange nicht mehr zu lesen. Ausgelöscht wie der Mensch, der unter dem Kreuz liegt - ein Namenloser.
Die Menschen, die ihren Blick auf das Kreuz richten, sind stumm, doch in ihren Augen steht die eine große Frage: Alles umsonst? Sie bekommen keine Antwort. Vielleicht erwarten sie auch keine. Aber die Frage steht überall, im wolkenverhangenen Himmel, in der blutenden Erde, in den bleichen Gesichtern der Kinder und in den schwarzen Holzkreuzen am Weg. Alles umsonst? Die Menschen senken den Kopf und schweigen.
Der große Krieg ist zu Ende. Die Frauen und Kinder in der Heimat warten auf die Rückkehr ihrer Vertrauten. Die Männer draußen schütteln die Erde aus ihren Uniformen und marschieren. Über den Landstraßen hängen Wolken aus Staub. So dicht ist er, dass man die Männer kaum sieht. Sie sind grau wie der Staub und die Straße.
In langen Kolonnen ziehen sie, zerfetzt, zerlumpt. Mancher hat einen schmutzigen Verband um den Kopf. Sie reden nicht viel, kaum einer blickt rechts oder links. Sie marschieren und die Straßen dröhnen von ihrem müden Schritt. Tausend bleiche Gesichter, tausend graue Männer - ein Gedanke: Alles umsonst?
In die Herzen allzu vieler ist seither die Hoffnungslosigkeit eingekehrt. Gern möchte man glauben, dass ihr Opfergang für Europa, mit der die Geschichte jene Zeitspanne gewann, die notwendig war, um ihr Urteil über das lebenszerstörende System der roten Weltrevolution zu fällen, nicht umsonst gewesen ist. Dass der Zustand, in dem sich unser Volk heute befindet, nur äußerlich sei. Doch an denen, die damals marschierten und unter den unzähligen namenlosen Kreuzen begraben liegen, wird das Ausmaß deutlich.
Ein Vakuum hat sich aufgetan, in dem das Vertrauen entschwunden, die Sitte zerstört, des Lebens Sinn vergessen und der Mensch seiner Werte beraubt ist. Dem totalen Abbruch der Tradition, der Kultur- und Geschichtslosigkeit folgt der Sturz der Massen in den geistlosen Stumpfsinn. Wie viele hatten davor gewarnt? Doch ihre Rufe verhallten im Taumel der Begierden. Wen wundert es, dass die Geburtenzahlen sinken und der allgemeine Zerfall sich zu einer neuen "Lebensqualität" entwickelte?
Heute jammert man in diesem Staat, aber man hat keine Ideen und keine Lösungen. Man verteufelt das Gedenken des Widerstands an jene Männer, denen die Gemeinschaft des Volkes noch ein Wert war, der nicht aufzuwiegen ist mit all dem Materiellen der heutigen Zeit. Denn Männer wie sie hat dieser Staat nicht. Nur Feiglinge, die zuerst an sich denken, denen das eigene Leben über alles geht und die immer nur nach ihren Vorteilen schielen. Die nie etwas wagen, die niemals kämpfen, nie etwas opfern und die schnell überlaufen, wenn der Wind sich dreht.
Den großen Betrug dieses Systems haben wir erkannt - wir wollen nicht daran teilhaben, um unserer eigenen Zukunft willen. Denn die Lebenswirklichkeit zeigt, dass nur in der Gemeinschaft alle Fragen, die den Einzelnen, die Familie und das Volk betreffen, gerecht geregelt werden können. Dass es dazu notwendig ist, gemeinsam eine höhere Ordnung anzuerkennen, und dass es dem Einzelnen dauerhaft nur gut gehen kann, wenn es dem Ganzen gut geht.
Wir leben der Gemeinschaft, sie aber braucht zum Leben die Tat. Denn alles hängt davon ab, ob es dem deutschen Volk noch einmal gelingt, mit der Urkraft seiner Art das drohende Schicksal abzuwenden und die tödliche Irrfahrt zu beenden. Der Drang der Not wird die rettenden Kräfte erwecken, mit denen unser Volk im besonderen Maße ausgezeichnet ist. Es ist die Not, die Flammen entzünden kann - sie war für Deutschland noch nie so groß. Der Aufschrei seines Lebenswillens wird kommen, denn nichts war umsonst!
Verachtung
Was kümmert mich der Dreck der Straße,
der meinen Stiefelschaft befleckt;
Was kümmert mich Dein Unbehagen,
wenn Dich mein innerer Trotz erschreckt?!Geh' Du den Weg des ewigen Jammerns,
der Buße und der falschen Reue.
Ich steh' zu unserer alten Art
von Ehre, Freiheit, Pflicht und Treue.Zu unserem angestammten Land und Volk,
für das wir gern gelitten,
zu unseren toten Kameraden,
die nicht umsonst gestritten.Halt mich nicht auf, Du Krämerseele,
und störe meinen Ausblick nicht,
der unverwandt nach vorn gerichtet,
- sehnsuchtsvoll nach neuem Licht!Karl Balzer




30.11.11

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Mecklenburger
01.12.11 um 08:24
antworten
An dieser Stelle: Einfach mal Danke sagen.
Tiroler
01.12.11 um 10:38
antworten
Gänsehautstimung wie immer - nur erinnert mich der Text stellenweise nicht an Mai 1945, sondern an den Winter 1918. Die Soldaten liefen 1945 leider oftmals nicht auf staubigen Wegen gen Heimat, sondern fuhren in langen Zügen gen Osten oder wurden in Freiluftlagern des Westens zusammengepfercht, wo sie erkrankten oder verhungerten und so zu Abertausenden starben. Die Sieger haben 1918/19 den Fehler gemacht, die Deutschen vom Felde zurück an ihre Arbeit gehen zu lassen - ein folgenschwerer Fehler, wie sich mit der Wiedererstarkung schon 1933 zeigte. 1945 hat man deutsche Männer deshalb systematisch verschleppt und vernichtet, zwei Generationen bester Charaktere fast komplett ausgelöscht! Die Folgen sehen wir heute in unserer feinen Gesellschaft - das beste Blut blieb im Felde, und wo es vorher keine Nachkommen gab, kam auch nichts nach, was ihnen gleicht.
Fahne
01.12.11 um 16:08
antworten
Wenn ihr die Fahnen senkt, lasst sie nicht in den Dreck hängen. Siehe Bild 2. Ansonsten sehr bewegender Text!
xxxmrbxxx
01.12.11 um 16:08
antworten
Wie immer, einfach top!
Max
01.12.11 um 23:00
antworten
@Fahne(3): Es ist durchaus nicht unüblich oder gar nachlässig, dass die Fahnenspitze während der Gedenkminute eben jene Erde berührt, unter der diejenigen, denen mit dieser Gedenkminute gedacht wird, begraben liegen.
Steffen
03.12.11 um 13:49
antworten
Ja, die Spreelichter bilden mit ihrer Beständigkeit, ihrem Auftreten und der Art, wie sie die Thematik behandeln, eine Vorbildfunktion. Dieses Gedenken kann kritiklos und unverändert übernommen und weitergeführt werden.
Wir sehen uns im Februar nächsten Jahres in Dresden !
Auf das auch dort ein würdiges öffentliches Gedenken möglich ist und möglich sein muss.
_Germania_
03.12.11 um 15:55
antworten
Das Video ist einfach top geworden, super Aktion. ;)
Lausitz
03.12.11 um 19:03
antworten
Mit Ehre und Würde, mit den Fackeln in der Hand stehen sie im Geiste bei.
Einzelkämpferin
08.12.11 um 20:36
antworten
Ich muss ein großes Lob aussprechen. Solch eine Aktion in allen großen Städten müsste man bringen! Es ist frustrierend in einer Stadt zu leben wo nur Pfeifen in der Szene sind die ihren Arsch nicht auf die Straße und außer Saufen nichts gerissen kriegen. Schöne Grüße aus München!!
Freigeist
09.12.11 um 16:40
antworten
"Denn Männer wie sie hat dieser Staat nicht. Nur Feiglinge, die zuerst an sich denken, denen das eigene Leben über alles geht und die immer nur nach ihren Vorteilen schielen. Die nie etwas wagen, die niemals kämpfen, nie etwas opfern und die schnell überlaufen, wenn der Wind sich dreht."
Meine Hochachtung an den Autor. Man muss dieses Text nicht groß Kommentieren. Einfach lesen und genießen wie er einem aus der Seele spricht. Danke...
"Der Aufschrei seines Lebenswillens wird kommen, denn nichts war umsonst!"
Pommer
14.12.11 um 22:08
antworten
Laßt wehen, was nur wehen kann,
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
Zum Heldentode mahnen:
Auf! Fliege, stolzes Siegspanier
Voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
Den süßen Tod der Freien.
Das schrieb Ernst Moritz Arndt 1812
Karl II.
15.12.11 um 20:57
antworten
Gute Aktion.
Gunnar
04.01.12 um 14:22
antworten
Ist das in Halbe, oder wo?
F. Heusinger
07.01.12 um 20:26
antworten
...
Wir bleiben und hueten die Flamme.
Was einst wir gelobt, den trotzigen Schwur,
Bekennen wir wieder aufs neue:
Versucht uns zu beugen und nehmt uns die Ehr,
Ihr löscht das lodernde Feuer nicht mehr,
Deutschland, wir halten die Treue!
Aus "Lied der Getreuen"
Ddorf
13.01.12 um 22:18
antworten
Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu !
Wilhelm
25.01.12 um 18:23
antworten
Einfach nur einzigartig, was ihr jedes Jahr aufs neue leistet.
Ich freue mich jedes Jahr wieder, einen sehr ergreifenden, sowie sehr emotional verfassten Text auf eurer Seite lesen zu dürfen.
Wäre auch nur eine hälfte dieser "Stammtisch Nationalisten " dazu bereit sich zu outen, so würde unsere Revolution einen ganz anderen Aufschwung erleben.
Aber auch wenn alle untreu werden, so bleiben Wir doch treu.
Großes Lob und Gruß aus Halbe.
Steffan
26.02.12 um 22:42
antworten
Echt gute Aktion,kann den anderen Kommentaren nur zustimmen. Lob und viele viele Grüße von ein paar Kameraden aus dem Ort Halbe. Macht weiter so!:-)
Husar
29.02.12 um 14:49
antworten
Welch ein Unterschied zu Ungarn. Hier findet die Ehrung der gefallenen Helden öffentlich statt unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung. Wann wird so etwas wieder in Deutschland möglich sein ? Haltet die Treue, Freunde und Kameraden. Die Gefallenen haben den Dank der Nachwelt verdient, sie starben, damit wir leben können.
Rosebrock
01.05.12 um 23:09
antworten
Sehr ergreifend und wertvoll! Danke!